BuyVIP-Exit: Warum der plötzliche Verkauf an Amazon?

Kennet Partners hat im Frühjahr 2009 als einer der letzten mit anderen 15 Mio. Euro in BuyVIP investiert – und das Unternehmen dann nach nur 18 Monaten für kolportierte 70 bis 80 Mio. Euro – wieder verkauft.

Auf dem VC-Panel zu den Investmenttrends im E-Commerce beim Pangora Kongress in der vergangenen Woche konnte ich mir dann zwar die Frage verkneifen, ob Kennet, Bertelsmann & Co. denn ihr zuletzt eingesetztes Kapital wiedergesehen haben?

Vcpanel
Sarik Weber (Hanse Ventures), Christian Leybold (eVenture Partners), Hillel Zidel (Kennet Partners) und Tim Schwenke (ECommerce Alliance) beim VC Panel des Pangora Kongresses

Nach den (Hinter-)Gründen für den unerwarteten Exit gefragt antwortete Hillel Zidel, der für Kennet Partners an dem Panel teilnahm, sehr offen und gab dabei im Wesentlichen wieder, was auch schon sein Kollege Max Bleyleben in seinem Blog ausführte ("It's official: shopping clubs kick off a new phase"):

"The torrid growth continues, but the market dynamics are about to change.  The first phase was about speed of execution, the next phase will be about scale and cash."

Der Konkurrenzdruck macht das Geschäft für die Clubs (und ihre Investoren) zunehmend kostspieliger. Vor allem aber sind die Marken aufgewacht und spielen die Clubs zunehmend gegeneinander aus:

"Brands are waking up. They're learning how to play the various shopping clubs off against one another.  

In the coming months and years they will drive harder bargains. Inevitably, the clubs will have to start buying more inventory if they want to continue to pass on discounts of 60-80% to their members.

This is why Privalia needs so much capital and why BuyVIP will now benefit from Amazon's balance sheet.  Look out for more scrambling for cash among the other clubs in Europe.

Um den rapiden Wandel in der Markteinschätzung nachzuvollziehen, lohnt es sich, Max Bleylebens Beitrag zum Einstieg ("Don't be glum, shop!") zu lesen und dann den heutigen Einschätzungen gegenüberzustellen:

"The last two years were all about the land-grab. Hundreds of millions of euros have been spent on acquiring members.  A lot of that spend has been inefficiently duplicated as the same fashion-hungry shoppers are hoovered up to join multiple clubs.  That in turn drives up marketing costs for everyone, which is ultimately not sustainable.  

Fixing this will require consolidation.  There are only two gorillas in the space today: Vente-Privee in Europe and Gilt Groupe in the US.  If the others move quickly enough there can be a third, perhaps a fourth, with enough scale to push down member acquisition costs, and enough clout to stand up to the brands."

Es gibt natürlich noch einen zweiten Grund, warum nicht nur Kennets Enthusiasmus beim Thema Shopping Clubs so schnell abgeflaut ist. Und der heißt Groupon, ein neues, noch dazu aus Investorensicht weitaus attraktiveres Geschäftsmodell versetzt die Investoren derzeit weltweit in Verzückung:

"Until Groupon and its many deal-of-the-day clones exploded onto the scene, the private sale market was the fastest-growing business model most of us had ever seen."

Die kommenden Monate werden zeigen, wie geschichkt der Ausstieg zum jetzigen Zeitpunkt war – und ob Amazon eine glückliche Wahl getroffen hat.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Shopboerse, Vente Privee

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