Bitcoin: Was brachte das erste große Web-Währungs-Experiment?

Die Welt wartet auf neue Währungen – und das (social) Web bietet ideale Möglichkeiten, um mit neuen Währungsformen zu experimentieren.

Bitcoin war in diesem Jahr das erste größere Experiment in dieser Richtung. Wired hat die Auf und Abs ausführlich dokumentiert.

An Bitcoin lassen sich sehr gut die konzeptionellen Herausforderungen festmachen, vor denen Web-Währungen stehen.

Positiv an Bitcoin ist zunächst einmal

  • der dezentrale Ansatz: Die Währungsschaffung erfolgt dezentral im Netzwerk, so dass die Währungshoheit bei keiner einzelnen Partei liegt.
  • der Generierungsprozess durch Mining. Dieser Automatismus ist vielleicht nicht die ideale, aber eine sehr gute Möglichkeit, um für einen dauerhaften Währungsstrom zu sorgen.

Aber auch Bitcoin tappt in einige der bekannten konzeptionellen Fallen:

  • Der Name Bitcoin (=Bitmünze) suggeriert auch hier wieder zu sehr Micropayments. Damit macht sich die Idee kleiner als sie ist. Eine würdige Währung sollte auch einen würdigen Namen haben.
  • Auch bei Bitcoin (s. Video) steht offenbar der Konsum im Vordergrund. Die stark kommerzielle Ausrichtung nimmt dem Konzept das Potenzial als Währungsalternative für soziale Aktivitäten ("Freundschaftswährung").
  • Bitcoins müssten über die Zeit verfallen, damit sie nicht wie herkömmliche Währungen gehortet werden, sondern tatsächlich als reines Tauschmittel genutzt werden. Auch hier springt Bitcoin zu kurz.

Kurzum: Bitcoin orientiert sich noch zu sehr am gelernten Währungsverständnis. Hier gehen viele Regio-Währungen, wie der gerne zitierte Chiemgauer, schon weiter.

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1 Antwort

  1. Bitcoins war ein interessantes Projekt. Allerdings ist es wie mit jeder Datingseite. Ein Henne-Ei-problem.
    ich denke wenn mehrere wichtige Händler sich entscheiden hätten Bitcoins einzusetzen, dann hätte das Experiment funktionieren können.
    So profitieren derzeit nur Pornoseiten die Bitcoins akzeptieren – oder Leute die Geld von Land A nach B verschieben wollen.

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