Die Rolle des (Buch-)Handels in einer Online-Welt

Worüber viel zu wenig diskutiert wird, ist die Rolle des Handels in einer Online-Welt.

Traditionell hatte der Handel eine Mittlerrolle, und die besten Händler sahen ihre Aufgabe darin, aus der Flut an verfügbaren Angeboten eine optimale (Vor-)Auswahl zu treffen und diese kundengerecht zu präsentieren.

Davon ist online oft nicht mehr viel übrig. Man hat sich daran gewöhnt, dass der Handel jederzeit alles parat haben muss, was der Markt hergibt – und wird erst wieder stutzig, wenn ein Händler beschließt, bestimmte Produkte nicht zu führen.

Wie sinnvoll es ist, wenn Apple keine eBooks mit Amazon-Links führen möchte, darüber kann man streiten.

Aber kann man einem Händler vorwerfen, wenn er bestimmte Produkte nicht führt oder nicht dauerhaft führt? Und ist das nicht genau die Aufgabe des Händlers, den Menschen diesen Mehrwert zu bieten?

Exciting Commerce vertritt traditionell die Auffassung, dass Handel dann am erfolgversprechendsten ist, wenn er es schafft, seiner ureigensten Aufgabe als Mittler zwischen Hersteller und Kunde nachzukommen und den Menschen zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Angebote zu machen.

Deshalb fokussieren wir uns – von QVC über Vente-Privée, Woot! bis Groupon – auch auf Geschäftsmodelle, die dies besser (gewähr-)leisten als andere.

Allgemeiner formuliert stellt sich die Frage: Ist der Handel online eher Filter oder Aggregator? Und wer übernimmt online für die Menschen die so wichtige Filterfunktion, wenn nicht der Handel?

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:exceed, Exciting Commerce, unlimited

  1. „Und wer übernimmt online für die Menschen die so wichtige Filterfunktion, wenn nicht der Handel?“
    => Die Kunden selbst über Bewertungen, Likes, Kommentare, Facebook etc.
    „Aber kann man einem Händler vorwerfen, wenn er bestimmte Produkte nicht führt oder nicht dauerhaft führt? Und ist das nicht genau die Aufgabe des Händlers, den Menschen diesen Mehrwert zu bieten?“
    => Die Kunst ist beides zu beherschen. Schließlich ist jede Kaufentscheidung anders und der Mehrwert(Vorauswahl) kann auch innerhalb der Kaufentscheidung zum Nachteil(ist mir jetzt doch nicht das richtige) werden. D.h. Individualisierung, Personalisierung etc. dafür ist es natürlich besser desto mehr Auswahl der Händler hat.

  2. Exakt – ein guter Online Händler kann beides sein. Als Aggregator führt er im Grunde alles, macht aber individuell (On Site Recommendation, individuelle Mailings, Beratung per Mail/Telefon etc.) dem Kunden das bestmögliche Angebot zum jeweiligen Zeitpunkt.

  3. Stefan Streber hat recht. Eine Filterfunktion des Händlers braucht man nur, wenn der Platz knapp ist – im Internet nicht der Fall. Wer sich – wie manche Verleger – primär über seine „Auswahlkompetenz“ definiert, wird schnell feststellen, dass ihm das im Internet niemand honoriert. Oder wo ist die zentrale Auswahlfunktion bei Youtube, Twitter, in der Blogosphäre etc.?

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