Der Fall Facebook: Was Facebook noch so wertvoll macht

Der Facebook-Wert an der Börse ist binnen zwei Wochen von 100 Mrd. Dollar auf weiterhin sehr ambitionierte 60 Mrd. Dollar gesunken. Damit hat der jüngste Größenwahn ("Unbelievable Money at Unbelievable Valuations") der internationalen Web/VC-Szene einen gehörigen Knacks erhalten.

Sich selber und der Startupszene haben die Beteiligten mit ihren überzogenen Erwartungen keinen Gefallen getan. Aufgeschobene Börsengänge und durchwegs sehr viel moderatere Bewertungen für Web-Startups werden die Folge sein. Und nicht, wie von vielen erwartet/erhofft, eine neue Börseneuphorie.

Der Kurssturz an der Börse ändert jedoch nichts an der Bedeutung von Facebook als Plattform für das Social Web. Die Agentur faberNovel hat die wesentlichen Aspekte in einer sehenswerten Präsentation zusammengetragen:

Facebook hätte ein Börsengang im Stil von Google gut zu Gesicht gestanden, das 2004 bewusst Privatleute, heute würde man sagen: "die Crowd", einbezogen hat und den Einfluss und die übermäßige Gier der Investmentbanken durch eine Auktion bändigen wollte/konnte.

Über die Facebook-Potenziale für den E-Commerce gehts in unserer laufenden Workshopreihe

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Facebook, Shopboerse, Social Commerce

1 Antwort

  1. Das Problem an dem Artikel kann man mit einem Zitat darlegen:
    „Die Agentur faberNovel hat die wesentlichen …“
    Die meisten Dinge werden genau aus dem Grund gehypt und für Toll befunden – weil man als Agentur eben Geld dran verdienen möchte.
    Dabei ist es so, dass mittlerweile fast jeder Händler schon ein Lied davon singen kann…. erst letzte Woche kam wieder ein toller Cold call der in epischer Breite die Vorteile von FB darlegen wollte. Dabei war das dortige Bullshit-Bingo deckungsgleich zu den hundert vorherigen der letzten Jahre. Nur das Wort vor Facebook war eben vorher mal ShoppingApp (Appstore – ganz toll, kostet nur xxxxx Euro und Kunde kann mobil bei Ihnen kaufen!!! JAAA MOOOOBIL!!!) und davor wars halt Second Live (SIE MÜSSEN Ihre Kunden dort erreichen wo Sie sind…. Das ist *DAS* ding des nächsten Jahrtausends!!! Diese Steigerungsraten sind so hoch, da ist bald jeder!!!!) welches das super-duper MySpace vom Hype-Throne stieß (Da sind die ganzen *STAAARS!!!*).
    Gemein haben diese Ganzen Tür-, Pardon, Telefonklinkenputzer nur eins: Sie wollen irgend einen Ramsch los werden – Ende Aus.
    Dabei muss man nur mal die echte Welt beobachten. Die meisten Firmen fahren FB Aktivitäten zurück, zuletzt Medienwirksam im Börsenauftakt GM. Und GM ist nicht irgendwer. Das ist einer *der* Werbetreibenden in den USA. Aber auch die sehen: wenn die Leute auf FB sich nicht auf unser Produkt einlassen, nützt es nix.
    Dabei muss man doch nurmal in seinem Bekanntenkreis die Nutzung ansehen – zumindest hier bei mir in meinem Bekanntenkreis sieht es so aus das eine Starke Korrelation zwischen Einkommen und nicht-FB Nutzung existiert. Klar auch, wer Geld verdienen und Karriere will hat generell wenig
    zeit für sinnlosen Statusquatsch sowie irgendwelche lose Internetbekanntschaften. Gleichzeitig sind die extrem-user von FB oftmals Kinder und Geringverdiener – und da schliesst sich der Kreis. Warum soll ich als Unternehmen viel Aufwand treiben um exakt die zu erwischen, die ich eh nicht haben möchte – solange ich nicht gerade Haribo oder Groupon heisse (letzterer war ja auch *die Innovation!!!* im ECommerce – machen *allleeees* neu!!einseinsElf!)?
    Realistisch gesehen *ist* FB am Ende. Das Wachstum geht nur noch über Fake accounts, denn bei 800-900 Mio ist die westliche Welt erreicht (China z.b. ist eh tabu!) – dabei nimmt die Nutzung im Webumfeld ab (Browser) und verlagert sich auf Mobile-Phones, also dorthin wo weder Werbung gut zu machen noch Produkte zu verkaufen sind (ja, ich weiß, es gibt Ansätze – aber wir brauchen Masse, nicht Exoten); Was nun kommen soll? Keine Ahnung, ein FB Phone klingt eher sinnlos – zumal die erstmal den Vorsprung von Google, Apple und evtl. Samsung einholen müssten und da ist zuletzt auch Nokia und RIM daran gescheitert. Allein der Kauf von Instagramm nebst Veröffentlichung einer eigenen Facebook-Photo-App tage drauf zeigt die Verzweiflung und Kopflosigkeit bei Facebook auf (mal eben den Jahresgewinn rausgeworfen für etwas, das bereits intern fast fertig war…); Auch die Verkürzung der alt-eigner-Haltefristen (mehr als exotisch) und Bevorzugung der institutionellen Anleger beim IPO zeigt wie viel Panik herrscht. Nimmt man nun noch den wachsenden Argwohn der User bezgl. Ihrer Daten und die neue (und viel gefährlichere) „Datenschutzbesorgnis“ von Ländern und EU her kann man sich die Risiken ausmahlen.
    Wie sinnvoll es bei diesen Vorzeichen ist auf Facebook stark zu investieren muss jeder selbst entscheiden – und selbst wenn all diese Gefahren nicht zum tragen kommen, so, ja, so ist man immer noch dem „Goodwill“ von FB ausgeliefert – und den haben neben kleinen auch große wie Stadtportale (Jahrelang wars IO und geduldet, dann plötzlich nicht mehr), Kommunen („nein, also, sie können auf Seite X nur die Stadt machen, aber das Fremdenverkehrsamt geht da nicht – denn evtl. mag der User ja nur das Fremdenverkehrsamt aber nicht die Stadt oder umgekehrt!“) bis hin zu Medien (Stichwort SZ) erfahren dürfen – vereinfacht: FB darf und macht alles, der Rest darf garnix;
    Na dann, Viel Spaß!
    PS: ich bitte um Verzeihung falls Rechtschreibfehler auftauchen, aber mein Browser und ich sind leider oft gespaltener Meinung :)

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