Was Westwing zum nächsten Zalando macht

„We have cracked global sourcing in a fragmented market.“

Wenn im Portfolio von Rocket Internet aktuell jemand das Zeug zum nächsten Zalando hat, dann Westwing. So gab es diese Woche nicht nur für Zalando („Die ersten Pitch-Unterlagen vor dem Börsengang“), sondern auch für Westwing erstmals öffentliche Pitch-Unterlagen (PDF) im Rahmen des gemeinsamen Kapitalmarkttages von Kinnevik und Rocket Internet.

westwing_may2014

Spätestens seit dem Niedergang von Fab.com ist Westwing nun (auf Fünfjahressicht) einer der heißesten Anwärter auf eine führende Rolle im Markt für Wohnen und Einrichten – zusammen mit One Kings Lane und Wayfair, die sich beide ebenfalls sehr ins Zeug legen.

Westwing sieht sich als „shoppable magazine“, das täglich neue Anregungen liefert:

westwinginspiration

2013 hat Westwing mit 447.000 Kundinnen einen Umsatz von 110 Mio. Euro erzielt. Das entspricht im Schnitt rund 245 Euro pro aktiver Kundin.

Besonders stolz ist man dabei auf eine hohe Wiederbestellquote von mittlerweile 72%:

westwingretention

Ähnlich wie Zalando hat Westwing sich frühzeitig darauf konzentriert, nach anfänglichen Schwierigkeiten solide und zukunftsfähige Strukturen und Prozesse zu etablieren. Während allerdings Zalando (im Modebereich) extrem zentralistisch agiert, setzt Westwing (im Home & Living Segment) auf sehr viel dezentralere Strukturen:

westwinglogistics

Besonders stolz ist man hier auf das Sourcing, das es erlaubt, den größtenteils regionalen Lieferanten internationale Märkte zu erschließen – oder wie es Westwing formuliert: „We have cracked global sourcing in a fragmented market.“

westwingsuppliers

Westwing hat jetzt die Grundstrukturen gelegt, um richtig anzugreifen. Deshalb kann man gespannt sein, wie sich die Umsätze in den kommenden Jahren entwickeln.

Erst kürzlich hat Westwing eine Wachstumsrunde von 72 Mo. Euro bekanntgegeben und ist nun nicht ohne Grund zunehmend öffentlichkeitswirksamer unterwegs.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Samwer Report, Shopboerse, Vente Privee

29 replies

  1. Auf jeden Fall gut aufgestellt. Trotzdem finde ich es ein schwieriges Segment online. Der Umsatz ist garnichts im Vergleich zu offline. In Süddeutschland macht zB alleine eine Firma Segmüller mit 300 Mitarbeitern in 5 Filialen 1 Milliarde Euro Umsatz pA. Sicherlich wird ein Westwing seine Daseinsberechtigung kriegen, aber ob das ein besonderer Renner wird.. Eher wohl nicht. Mal schauen wo der Umsatz 2014 endet.

    • emm, also die Zahlen sind etwas „optimistisch“;

      Segmüller:

      Angaben nach § 5 Abs. 5 PublG zur Bilanz:
      Umsatzerlöse i.S. § 277 HGB: € 685.167.977,14
      Löhne und Gehälter: € 105.176.106,25
      Soziale Abgaben: € 21.338.614,78
      Zahl der Beschäftigen: 3.664

      quelle: offz. Jahresabschluss zum 28.02.2013

  2. Westwing macht wirklich alles richtig. Ideale kundenansprache, Fokus auf die eigene marke, gute Preise, Schöne Produkte, starker Wachstumsmarkt und ein gutes Team.

    Macht spaß das ganze mitzuverfolgen.

  3. Kennziffer hat übersehen dass es sich bei den 300 Mitarbeitern um die der Produktion handelt. Insgesamt 3700 Mitarbeiter. Der Umsatz hat jedoch im GJ 2013 knapp 1 Milliarde erreicht. Westwing in zehn Làndern 100 Mio Euro.

  4. Wundert mich, dass Exciting Commerce immer so über Westwing jubelt. Sicher macht WW viele Sachen gut, aber 100 Mio Umsatz in 10 Ländern bedeutet für mich nur, dass sie in jedem Land nicht größer sind als ein professionell inhabergeführter Nischenshop (ohne 100 Mio Fundraising). Außerdem stellt sich schon die Frage, warum ausgerechnet WW das Flash-sale Model erfolgreich machen soll, nachdem sich davor so viele schwer getan haben? Hat WW bessere Margen, geringere Kundenakqusitionskosten, effizientere Logistik? Wäre super wenn das analysiert würde anstatt einfach nur WW-Presseslides unkommentiert online zu stellen und WW zur nächsten Millarden-Company hochzujubeln.

    • Westwing ist ein sehr junges Unternehmen. Die Frage ist weniger, wo Westwing heute steht, sondern wo es in 5 Jahren stehen kann. Nachdem jetzt professionelle Grundstrukturen gelegt sind, gehe ich davon aus, dass Westwing eine ähnliche Dynamik an den Tag legen kann wie ein Zalando. Die Pitch-Charts dienen nur der Orientierung und der Dokumentation der Aussagen. Wir werden sehen, was davon eintritt. Ausschlaggebend für die positive Grundeinschätzung sind für mich weniger die Charts als der direkte Austausch mit den Westwing-Machern. Das wirkt auch bei kritischer Beleuchtung alles sehr smart und durchdacht. Deshalb bin ich optimistisch. Ausführlicher und analytischer werden wir das aber sicher in einer der nächsten Exchanges-Ausgaben beleuchten.

      • Genau das gleiche haben sie bei home24 gesagt und nun,,,,,? Herr Kirsch es wird langsam Zeit hier nicht einfach wieder ein Unternehmen hochzujubeln sondern auf die Argumente und Fakten einzugehen.
        Westwing Umsatz auf die ganzen Länder verteilt…mal ausgerechnet?
        Schon einmal nach den Lieferzeiten der Angebote geschaut?
        Dort bekommen sie nicht einmal ein Kaffeeservice Inter 6 -8 Wochen Lieferzeit.
        Lächerlich.
        Es ist gut gemacht und schön präsentiert, aber weit davon entfernt ein neues zalando zu werden.

  5. Was meiner Meinung nach Westwing fehlt, ist primär nur noch eins: Groß zu werden und die Markenbekanntheit zu erhöhen.
    Die Strukturen sind da, das Geschäftsmodell simpel und gut. Die Abhängigkeit von Google und anderen Plattformen gering.
    Nun heißt es, die breite Masse durch TV-Werbung & Co. zu erreichen und dann sollte WW wirklich eines der wenigen E-Commerce-Unternehmen sein, die auch ohne die ganzen Trafficbringer allein durch Viralität funktioniert.

  6. Wer nennt mir den USP von Westwing, den habe ich noch nicht verstanden? Damit Westwing ein Zalando hinlegen kann braucht es einen Schrei Spot und nochmal viel viel mehr Kapital dafür. Glaube nicht dass die Investoren nochmal so mutig sind, zalando Summen rein zu schieben. Der Arsch der Welt Spot von home24 läuft ja auch nicht so gut.

    • genau das haben die Investoren gelernt – dass Möbel und Wohnen und Einrichten zwei komplett unterschiedliche Themen sind. Westwing kann das vermitteln. Und genau deshalb sollte Geld (wie bei Zalando) kein Thema sein.

      • .??.?.?? . … Meine Güte…was ein Blödsinn hier geschrieben wird…
        Ps: segmueller. Na wie läuft den online Shop…
        Daheim.de …. Leider nicht so gut…..war aber schon abzusehen….know How ….kann man nicht mit Geld kaufen.

  7. @ Mr. Nice,

    doch Know how kann man schon mit Geld kaufen. Man muss nur die Richtigen nehmen. Und ja, dass daheim.de so nix wird, war abzusehen. Schade, das Potential ist ja da.

    • Das stimmt allerdings..man muss die richtigen Leute finden. Laufe im Möbelhandel soooo viele rum die keine Ahnung von der Materie haben und denken einfach mal online gehen und dann klappt das schon. Alleine schon so ein dilettantischer Schwachsinn bei daheim.de direkt unten drunter zu schreiben…by segmüller….also mir fehlen da die Worte.
      Aber na ja….was die alle mal machen…

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