Metro will nach Kaufhof und Media Saturn auch Real loswerden

Die Metro-Gruppe will jetzt schnellstmöglich die 2015 eingeleitete Zerschlagung vollenden und nach Kaufhof („Warum die Metro-Gruppe froh ist, Kaufhof los zu sein“) und nach Media Saturn („Freenet rettet Media Saturn“) auch Real loswerden („Metro beginnt Verkaufsprozess für Real“):

„Vor diesem Hintergrund hat der Vorstand der METRO AG heute entschieden, einen systematischen Veräußerungsprozess von Real und den damit zusammenhängenden Geschäftsaktivitäten zu beginnen.

Zu Real gehören heute in Deutschland 282 Märkte, rund 34.000 Mitarbeiter und ein attraktives Immobilienportfolio von 65 Standorten.“

Man kann sehr gespannt sein, ob sich jemand findet, der Real – ggf. gegen eine satte Mitgift – weiterführt. Mindestens so spannend aber ist die Frage, was, wenn nicht.

Schließlich hat sich bei derlei Rettungsaktionen – von Schlecker bis Weltbild – inzwischen so ziemlich jeder die Finger verbrannt und speziell die Sun Capitals (Neckermann, Strauß Innovation, etc.) haben sich inzwischen vom deutschen Markt verabschiedet.

Würde die Metro AG Real auch in die Insolvenz rutschen lassen?

Für morgen früh hat die Metro AG eine Investorenkonferenz angekündigt. Dort dürfte es dann auch die Verkaufsunterlagen geben. Ein paar Highlights bietet die Pressemitteilung. Das letzte Quartals-Update (PDF) gabs Anfang August.

Der Real-Verkauf kommt, wenig verwunderlich, just in dem Moment, da die Metro AG selber das Vertrauen seiner (Haupt-)Investoren verloren hat.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Shopboerse, Ultimondo

  1. Wo ist denn hier eigentlich die Neuigkeit?
    Metro versucht real seit mindestens 15 Jahren loszuwerden und keiner will es haben.
    Das internationale Geschäft von real wurde verkauft, Deutschland wollte keiner haben.
    In der neuen Nachricht steht weder ein Zeitraum, noch dass man einen Interessenten hat.
    Oder habe ich was überlesen?

  2. Wer soll sich da noch wundern?

    Einstampfen geht nicht, weil der Sozialplan viel zu teuer wäre
    Teile veräußern ist auch keine Lösung, denn auch da gehen nur die guten Märkte weg und das Problem wird nur noch konzentrierter

    Was auch immer die Motivation der Metro war, das jetzt noch mal öffentlich zu sagen, mich wundert, dass die Presse das mal wieder druckt, ohne auch nur einmal zu fragen, warum man Altbekanntes noch mal verkündet

    • „Einstampfen“ heißt in dem Fall „pleite gehen lassen“. Das geht immer, wie Quelle, Neckermann, Schlecker u.a. gezeigt haben.

      Für die Metro ist es nach Jahren des Schönredens aber natürlich schwierig, Real sofort pleite gehen zu lassen. Entsprechend dürfte es in dem „Verkaufsprozess“ jetzt vor allem darum gehen zu zeigen, dass sich wirklich niemand finden lässt, der Real weiterführen will. Dann hat man zumindest „nichts unversucht“ gelassen …

      Natürlich hätte man im Beitrag statt „will loswerden“ auch „muss loswerden“ schreiben können. Das ändert aber nicht wirklich etwas daran, dass es für Real jetzt um alles geht.

  3. Hier in den Kommentaren können wir doch ein bisschen rumspinnen, wer sich real wie an die Backe nageln könnte und wozu.

    Hier meine haltlosen Theorien:

    Amazon:
    Baut damit flächenddeckend Picking- / Verteilzentren für Amazon Fresh auf und im Non-Food Bereich verramschen sie die Restanten oder machen Aktionsverkäufe vergleichbar zum Treasure Truck
    Wahrscheinlichkeit: warum nicht, wenn der Preis stimmt

    ALDI:
    Nutzt die Flächen um ein Gegenkonzept zu Kaufland aufzubauen
    Wahrscheinlichkeit: unwahrscheinlich, denn Aldi will alle Flächen nach der gleichen Blaupause haben und sich nicht mit den verbauten Schrottimmobilien rumschlagen. Und das Personal inkl. Verdi will Aldi auch nicht haben

    Signa Retail:
    Könnte einen Teil der Märkte für Signa Sports nutzen um dort echtes Erlebnisshopping zu schaffen, andere Märkte könnten Resterampe von den Warenhäusern werden, der Rest wird alternativen Nutzungen zugeführt
    Wahrscheinlichkeit: Rene Benko ist immer für eine Überraschung gut und ein Meister des Filetierens

    Baumärkte oder IKEA:
    Suchen die nicht immer noch stadtnähere Großflächen?
    Wahrscheinlichkeit: Haben vielleicht Interesse an einzelnen Standorten, würden sich aber nie das ganze Paket aufhalsen

    Carrefour, Tesco und andere europäische Hypermarkets:
    Deutschland wäre so ziemlich das letzte Land, in das sie sich reinwagen wollen würden. Bei real springen so viele Franzosen rum, da weiß ganz Frankreich, dass man um real einen sehr großen Bogen machen sollte
    Wahrscheinlichkeit: Null

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