Amazon Logistics startet München Express für den Abend

Amazon weiß als Logistiker natürlich nicht nur ganz genau, was in den Paketen ist, sondern vor allem auch, was wo auf Lager ist. Und kann so jetzt seinen Münchner Kundinnen den München Express für die Feierabendzustellung am selben Tag anbieten („Über 100.000 Bestseller. Bis 12 Uhr geklickt. Heute da“):

Während es also in Hamburg gerade erst los geht („Moin, Moin“), geht in München bereits der vierte Zustellservice an den Start: Auf Amazon Logistics, Prime Now und Amazon Fresh (die inzwischen organisatorisch in einer Hand liegen) folgt der Evening Express am selben Tag.

Abgesehen davon, dass sich das wohlhabendere München für Premium-Services wohl eher eignet als Berlin, dürfte Amazon mit dem Aufbau seiner City-Depots hier schon am weitesten sein.

Drei Jahre Amazon City Logistik in Deutschland

Wir hatten 2015 als erstes über die sich abzeichnende Amazon-Offensive in der City Logistik berichtet. Und gerade erst beschrieben, wie sich Amazon hier jetzt neu aufstellt und vier regionale Transportgesellschaften gegründet hat.

Faszinierend ist bei dem Thema die Einstellung von Amazon: Denn während Hemes & Co. nicht müde werden zu jammern, nutzt Amazon problemlos die vorhandenen Potenziale, setzt auf Arbeitskräfte am Feierabend, gerne auch im Nebenjob. Und kümmert sich um die Zustellung – oh Wunder – zu Zeiten, an denen die Leute am ehesten zuhause sind.

Amazon ist für die Zustelllogistik das, was lange gefehlt hat: Ein Angreifer mit Ambitionen! Und letzte Woche konnte man schon mal eine Vorstellung davon bekommen, wie es weitergeht („Hier sind 20.000 Prime-Sprinter für die Amazon City Logistik“).

Mehr zum Thema auch in den Exchanges #203 („Amazon Logistics auf dem Vormarsch“).

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Amazon

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  1. Vor der uneingeschränkten Glorifizierung von Amazon-Logistics sei bemerkt, dass es sich Amazon auch sehr einfach macht, bzw. machen kann, was die Zustellung durch „Feierabendkräfte“ angeht. Das ist mit Sicherheit das Uber-Modell und da ist dann nichts mit deutschem Arbeitsschutz etc.
    Das sieht auf den ersten Blick sicher erst mal alles Klasse aus und die etablierten Carrier ziemlich altbacken und „doof“ (warum ist bisher niemand auf die Idee gekommen, abends zuzustellen, diese Idioten?), wenn aber der erste „freiberufliche“ Amazon-Paketbote mit 20 Amazon-Paketen plattgefahren wird oder beim Treppensteigen einen Herzinfarkt bekommt, kannst Du sicher sein, dass es in diesem Land Diskussionen geben wird.

    Ich sehe Amazon auch im Vorteil, das ist offensichtlich, aber alles ist da auch nicht Gold, was auf den ersten Blick so schön glänzt.

  2. Ich wusste bisher nicht, dass Zalando auch eigene Fahrer einsetzt für die Auslieferung. Bisher waren es meines Wissens nur Dritte, die same day ermöglichten. Auch Zalando wird die Pakete wohl mehr und mehr selbst ausliefern.

    https://jobs.zalando.com/de/logistics/blog/same-day-delivery-jetzt-auch-in-monchengladbach/

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