Wie Liefery von der DHL-Schwäche profitieren will

Same Day Delivery war gestern! Denn Liefery hat mittlerweile weitaus größere Ambitionen und könnte sich dabei für den Online-Handel zu einer echten Alternative zu DHL & Co. entwickeln.

So bietet Liefery mittlerweile deutschlandweit Übernachtlieferungen in die wichtigsten Metropolen an – mit dem besonderen Clou, dass die Kunden – beispielsweise von Asos oder H&M – bis Mitternacht bestellen können und das Produkt dann bereits am nächsten Tag haben.

Liefery setzt dabei auf die Themen, die DHL & Co. mit ihren Strukturen standardmäßig nur schwer abbilden können bzw. die ihrem Selbstverständnis als „Paketdienst“ widersprechen.

So legt Liefery den besonderen Fokus auf die letzte Meile und versucht sich dort als Bote für Asos, Hellofresh oder andere Auftraggeber zu präsentieren (PDF-Quelle)

Nach den jüngsten Entwicklungen kann Liefery darauf spekulieren, dass die andauernden Preiserhöhungen bei DHL & Co. dem Online-Handel den Sprung zu Liefery erleichtern werden. Und es kann sich zudem auf die Felder konzentrieren, die DHL & Co. bewusst brach liegen lassen.

So bedient Liefery den Foodmarkt („Bei Getnow, Real und anderen kommt jetzt Liefery zum Zug“) oder kümmert sich zum Beispiel für Anbieter wie Tier um das tägliche Einsammeln und Ausliefern der E-Scooter von und zu den Ladestationen.

Liefery gehört mehrheitlich zu Hermes, das in einem ähnlichen Dilemma steckt wie DHL. Das könnte auf Dauer zu Konflikten führen. Denn noch ist nicht klar, was aus Hermes werden soll und was das für Liefery bedeuten könnte.

So ist Liefery für Hermes aktuell in etwa das, was About You für Otto ist. Aber About You hat ja kürzlich vorgemacht, wie man sich aus der Zwickmühle befreien kann.

Neben seinen Logistikservices bietet Liefery auch seine Technologie inzwischen anderen als SaaS-Lösung an. Mit etwas Glück und Geschick könnte Liefery so auch Plattformpotenziale nutzen.

Von Lieferando & Co. einmal abgesehen ist zur Zeit im Grunde niemand in Sicht, der Amazon Logistics hier auf absehbare Zeit Paroli bieten könnte. Siehe auch Warum Amazons Logistik-Plattform schneller wachsen wird als die meisten denken.

Liefery wächst aktuell stark und hat sich gerade in Berlin neu eingerichtet. Wir sind gespannt, wie weit es mit seiner neuen Strategie kommt. Und ob sich ein paar weitere aufmachen, Alternativen zu DHL & Co. aufzubauen. Denn wann gibt schon mal jemand freiwillig Marktanteile ab? Siehe dazu beispielsweise auch Angel bringts: Wie sich Fiege für die City Logistik rüstet.

Mehr dazu auch in den Exchanges #208 („10 Hypothesen für die Logistik von morgen“) und in den Exchanges #232 („Food & Delivery heute und morgen“).

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Kategorien:Logistik, MORE

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