Kann es Alibaba ohne Ebay global überhaupt noch schaffen?

Spannende Einblicke in die Welt von Alibaba gab es diese Woche beim Investorentag. Und uns interessiert dabei vor allem, welche Rolle Alibaba, das immer noch weit über 95% seines Handelsvolumens (GMV) auf dem Heimatmarkt erzielt, außerhalb Chinas spielen kann, wo es neuerdings auf eine Mehrmarkenstrategie setzt (PDF) – mit Lazada, Daraz und Trendyol:

Interessanterweise kommen von den aktuell 130 Millionen Kunden, die Alibaba außerhalb Chinas erreicht, nur noch gut 60% oder 79 Millionen Kunden von AliExpress, das Alibaba 2010 als internationalen Arm gestartet hat und damit in Ländern wie Russland, Spanien, Frankreich oder Polen Fuß fassen konnte:

Doch nicht zuletzt aufgeschreckt durch Wish, das heute außerhalb Chinas mit 500 Millionen Kunden ein Vielfaches der Alibaba-Kunden erreicht, möchte Alibaba jetzt international nochmal richtig Gas geben:

„Die Tatsache, dass Alibaba die Globalisierung vor die heimischen Aktivitäten gesetzt hat, zeigt, dass das Unternehmen bereit ist, mehr auf dem Auslandsmarkt zu riskieren, da der heimische Markt weitgehend gesättigt ist.“

Wie die jüngsten Zahlen zeigen, ist Alibaba mit AliExpress in den letzten beiden Jahren international nicht so wirklich vorangekommen und sieht sich beim Handelsvolumen immer noch erst bei gut 10 Mrd. Dollar. Damit bewegt es sich in den Dimensionen eines MercadoLibre.

Wie also will Alibaba international vorankommen? Kann es AliExpress aus eigener Kraft schaffen? Oder wird sich Alibaba weiter durch Übernahmen verstärken wie zuletzt in Russland („Wie AliExpress die Nr. 1 werden will – in Russland und anderswo“)?

So ziemlich die einzige Chance, die Alibaba jetzt noch hätte, um nutzerseitig sehr schnell in Wish-Dimensionen vorzudringen, wäre Ebay, das aktuell vor allem Käufer für sein Kleinanzeigengeschäft sucht, zugleich aber erhebliche Probleme im Marktplatzgeschäft hat („Ebay schrumpft in den USA weiter um 5%“) und sich dabei zunehmend schwerer tut:

Alibaba allerdings würde Ebay auf einen Schlag einen GMV-Schub von 90 Mrd. Dollar bringen und eine starke Präsenz in Märkten wie den USA oder Deutschland, wo AliExpress noch kaum Relevanz hat.

Nach dem Verkauf von StubHub und des Kleinanzeigengeschäfts dürfte Ebays Marktplatzgeschäft zudem erheblich erschwinglicher sein als das heutige Ebay („Pinduoduo zieht in der Börsenbewertung an Ebay vorbei“). Man kann gespannt sein, ob Alibaba hier zuschnappen würde.

Erste Entscheidungen, wohin es für Ebay geht, dürften noch dieses Jahr fallen. Mehr zum globalen Vormarsch der chinesischen E-Commerce-Player in unserem dreiteiligen Exchanges-Special:

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Kategorien:Shopboerse

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