Wie kann der Online-Handel attraktiver werden gegenüber den neuen Wettbewerbern? Multi-Experience Apps waren diese Woche auch ein Thema im Digitalableger der FAZ.
Passend dazu ein paar weiterführende Gedanken. Denn das Gute: Niemand braucht hier auf das Thema KI (oder GenUI) warten. Vieles wäre im E-Commerce auch heute schon möglich.
Denn so gut wie jedes Shopsystem arbeitet mit Templates. In der Regel entscheidet sich der Shopbetreiber für eines (meist das Standardtemplate), das dann alle User nutzen (müssen).
Was aber, wenn die Nutzer:innen die Wahl hätten und sich für eines oder mehrere entscheiden könnten?
Was, wenn Online-Händler unterschiedliche Optionen anbieten? Eine stripped-down Version für alle, die es super einfach mögen, eine Standardversion für den Durchschnittsnutzer und eine erweiterte/enhanced Version (VIP-Version?) für die volle Experience.
Alternativ bieten sich natürlich auch Versionen für Einsteiger und Experten an. Oder Versionen für intensive und gelegentliche Shopper. Dies nur als erste Anregungen. UX-seitig gäbe es die unterschiedlichsten (Denk-)Ansätze für mehr oder weniger smarte Interfaces.
Multi-Experience ist für Online-Shopper auch heute schon ein Thema: Es gibt Gründe, warum sie in manchen Fällen bei Amazon, in anderen Fällen bei Thomann kaufen. Warum für die einen Amazon reicht, für die anderen Zooplus die bessere Wahl ist, etc.
Noch unterscheidet sich die Online-Experience von Anbieter zu Anbieter allerdings nur minimal. Doch Händler wie Marktplätze müssen nicht warten, bis neue Wettbewerber kommen, die ihnen den Rang streitig machen. Sie können selber die Initiative ergreifen und beginnen, mit neuen Ansätzen und Optionen zu experimentieren.
Denn wenn uns die (generative) KI etwas bringt, dann mehr Vielfalt, mehr Optionen und eine Fülle neuer Möglichkeiten (siehe auch The Abundance Agenda). Dazu braucht es allerdings ein Umdenken, auch im Online-Handel.
Frühere Beiträge zum Thema:
- Multi-Purpose- vs. Multi-Experience Apps im E-Commerce
- Warum wir frontendseitig nicht weiterkommen
- The Abundance Agenda: Innovationspotenziale im Überfluss
- 10 mögliche Aufgaben für smarte Agenten im E-Commerce
- Think XI: Neue Leitbilder für den Handel von morgen
- Magic Commerce: Wie hoch legt AI die Latte im E-Commerce?
- Auf der Suche nach „genAI-native marketplaces“
- Exchanges #343: Neue Leitbilder für den Handel von morgen

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