Doppelter Paukenschlag diese Woche für die Metro-Gruppe! Der Großhandelskonzern mit 31 Mrd. Euro Umsatz soll für knapp 2 Mrd. Euro von der Börse genommen werden – und zwar ohne, dass die Metro-Gründerfamilien Beisheim und Schmidt mitziehen wollen (PDF-Quelle):
„Die METRO AG und die EP Global Commerce GmbH, eine von Daniel Křetínský kontrollierte Holdinggesellschaft, haben eine Vereinbarung über das Delisting der METRO AG unterzeichnet. EPGC wird allen METRO Aktionären ein Delisting-Angebot unterbreiten und einen Preis von 5,33 EUR je Aktie anbieten
Die anderen Ankeraktionäre der METRO, BC Equities GmbH & Co. KG und Beisheim Holding GmbH sowie die Palatin Verwaltungsgesellschaft mbH sehen das von EPGC angestrebte Delisting als nachvollziehbaren Schritt an. Sie haben mit EPGC eine Nichtandienungsvereinbarung geschlossen, wonach sie ihre METRO-Aktien nicht in das Delisting-Angebot verkaufen werden. Zusammen repräsentieren sie rund 24,99% des Grundkapitals und der mit den METRO-Aktien verbundenen Stimmrechte.“
Wir erinnern uns: 2019 hatte die Metro-Gruppe ein entsprechendes Übernahmeangebot für 6 Mrd. Euro noch als deutlich zu niedrig abgelehnt. Knapp 5 Jahre später sind 2 Mrd. Euro in Ordnung.
Spannend ist der Deal auch, weil Daniel Křetínský ein möglicher Käufer für Media Saturn ist, wo die Metro-Altgesellschafter ebenfalls eine maßgebliche Rolle spielen.
Außerdem hält der Firmenjäger in Frankreich bereits wesentliche Anteile am Elektronikhändler Fnac Darty und an der Groupe Casino (u.a. CDiscount) und ist in Großbritannien gerade dabei, Royal Mail zu übernehmen.
In Tschechien hält er zudem Online- und E-Commerce-Beteiligungen an Košík, DoDo (das für Knuspr & Co. liefert) und anderen. Er ist also definitiv jemand, den man im Auge behalten sollte.
Frühere Beiträge zum Thema:
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