Der Handel in elektronischen Medien – Neue Perspektiven

Hier noch ein weiterer Versuch, die auf den bvh-Zahlen für 2009 basierenden (Zukunfts-)Perspektiven für den Handel in elektronischen Medien etwas schematischer darzustellen:

HandelinelektronischenMedien

Während die tektonischen Verschiebungen heute schon spürbar sind, ist für den zu erwartenden Boom im elektronischen Handel noch kaum jemand gerüstet – weder in konzeptioneller noch in technischer Hinsicht.

Was wäre jetzt vonnöten?

  • Eine hohe Experimentierfreude und eine stärkere Bereitschaft für Verkaufsmodelle, die die medialen Möglichkeiten voll ausschöpfen
  • Zukunftsfähige Shopping-Technologien (Shoppingsysteme, Versandsysteme, etc.), die Händlern und Verkäufern erheblich mehr Gestaltungsfreiraum erlauben
  • Ein tiefgreifendes Verständnis der Netzwirtschaft und ihrer Wirkweisen

Das sind zugleich auch die Themenfelder, mit denen sich Exciting Commerce in nächster Zukunft intensiver auseinandersetzen will.

Zuletzt gab es bereits einiges an Beiträgen in dieser Richtung:



Kategorien:Facebook, Open Source, Shopboerse, Social Commerce, Ultimondo

  1. Ich würde den Begriff „Versandhandel“ eher als Katalog-basierten Handel bezeichnen. Denn auch im E-Commerce wird ja i.d.R. versendet…

  2. Von dieser aus meiner Sicht überholten Denke möchte ich genau wegkommen (s. E-Commerce ist weit mehr als Versandhandel: http://tinyurl.com/nztrzg )

  3. Wie an anderer Stelle von Jochen Krisch goldrichtig formuliert: Der elektronische Händler ist in erster Linie Dienstleister. Man muss, um wirklich nach vorne zu schauen, m.E. ganz von den „Rahmen“ wie Katalog oder Onlineshop abstrahieren. Wenn man sich am „Onlineshop“ festhängt, sind Liveshopping-Angebot oder Shopping-Clubs nicht denkbar: Kurze Angebotsphasen, kein „Lager“, keine „Nachlieferung“.
    Vor allem aber: Wenn man sieht, wie sich heute Handys mit Applikationen füllen, die aus einem situativen Kontext eine Sprungmarke zum Handel erzeugen können, dann sollte man doch besser gar nicht mehr an „Shop“ denken. Eher wirklich als Dienstleister Sprungmarken oder, meinetwegen, „Applications“ prorammieren (lassen), die das eigene Sortiment aus den unterschiedlichsten Kontexten heraus zugänglich machen. T-JAM war hier im Blog ja ein tolles Beispiel dafür.
    Statt von Shops muss man von Commerce-Interfaces sprechen. Dann denkt man nicht automatisch an die linke oder rechte Spalte, das Einstiegsangebot etc. Das kann es und muss es sicher weiter geben. Aber die Zukunft wird mit den Endgeräten anders aussehen.
    Wenn Apple oder jemand anderes einen wirklich mobilen Tablet-PC schafft, wird man das Internet in viel mehr Alltagsfunktionen einbinden, die heute noch zu weit vom Schreibtisch entfernt sind und für die das Handy vielleicht noch nicht ganz das richtige Format hat.
    Ich würde nicht mehr nur den „Shop“ der Zukunft bauen (klar, muss ich auch) – sondern lieber die „100 besten Apps“ für mein Sortiment, meine Nische, meine Zielgruppe, um so den Umsatz zu fördern.

  4. Ich versteh die Argumentation von Herrn Gross-Albenhausen schon, aber meiner Meinung nach sind alle Händler Dienstleister, ob Distanzhändler oder Stationärer.
    Ob nun eine spezielle Unterscheidung zwischen E-Commerce und Versandhandel gemacht werden muss, mag ich jeden selbst überlassen. Für mich sind alle Händler die zum Teil Ware versenden, Versandhändler.
    (ob mit oder ohne Apple App)
    Ich vermute eher eine forcierte Abgrenzung der e-com Unternehmen von den klassischen (verstaubten?) kataloggesteuerten Versendern.
    Bis jetzt sind mir im Internet noch kein einziges Geschäftsmodel untergekommen, was wirklich bahnbrechend neu ist:
    Live Shopping (nun ja gibt es seit Jahrtausenden auf jeden Jahrmarkt)
    Vertsteigerungen (Wie lang gibt es Christis schon? 1766)
    Besucherabhängige Preisbildung (siehe Türkischer Basar)
    Und Marken-Outlets gibt es ja seit 1971, auch keine Interneterfindung.
    Was ich neidlos anerkenne, dass durch die Technologie und die Verbreitung des Internet diese erst so richtig erfolgreich wurden und für eine breite Masse möglich.
    Was früher die individuelle Ansprache in Stationärgeschäft ist, sind heute die Recommandation Engines dieser Welt.

  5. Mit dieser „Hatten wir alles schon. War alles schon mal da“-Einstellung kann man es sich natürlich einfach machen. Da sind selbst Flugzeuge nichts bemerkenswert Neuartiges mehr, weil ja Vögel auch schon fliegen konnten.
    Ich finde, ein bisschen mehr Mühe sollte man sich schon geben, das wirklich Neuartige herauszuarbeiten und zu verstehen (Zumindest wenn man sich für Innovationsthemen und die Treiber künftiger Entwicklungen interessiert.)

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