Nutzerdaten: Wie die Facebook Neuerungen Amazon bedrohen

Die Bedeutung von Daten ist für Online-Händler kaum zu unterschätzen. Das Geschäftsmodell der Retail-Plattform Alice.com basiert auf der Ansammlung und Nutzbarmachung von Daten.

Amazons Wettbewerbsvorteile bestehen zu einem guten Teil auch darin, als größter Online-Händler viele auswertbare Daten für Personalisierung und Empfehlung einsetzen zu können.

Dieser Wettbewerbsvorteil könnte mittelfristig in's Wanken geraten. Im letzten Extras haben wir bereits auf einen lesenswerten Artikel im NYT-Blog Bits über die mögliche langfristige Bedrohung Amazons durch das Shoppingtwitter Blippy und ähnliche Dienste hingewiesen.

Noch bedeutender in diesem Zusammenhang werden die neuen Funktionen von Facebook, dem mit Abstand größten Social Network der Welt.

Fbplugins

Denn die jetzt webweit einsetzbaren Like-Buttons führen Facebook nicht nur Daten zu. Diese Daten lassen sich auch aus Facebook wieder herausholen. Das Empfehlungs-Startup Lunch.com setzt, wie ReadWriteWeb schreibt, auf Facebooks neue Open Graph API um "Like"-Daten zu importieren :

"With the upcoming Facebook "like import" feature, you'll be able to instantly personalize Lunch and then be able to enjoy its recommendations without spending any time training its algorithms to know you better."

Was das für den E-Commerce bedeutet: Online-Shops werden in der Lage sein, über den Import von Facebook-Daten ihr Angebot individuell anzupassen. Denn auf einfache Weise kann der Online-Shop dann, sofern der User zustimmt, viel über dessen Vorlieben und Interessen erfahren.

Nicht nur Amazon, das bereits auf viele Daten zugreifen kann und Käufer über die Personalisierung langfristiger halten kann, sondern auch kleinere Online-Shops werden diese Funktionalität über Facebook erhalten. Das kann potentiell bedeuten, dass kleinere Online-Shops attraktiver werden und der Vorteil von Amazon in diesem Bereich schmilzt.

Nun wird es mindestens ein, zwei Jahre dauern, bis diese Verschiebungen nennenswerte Auswirkungen auf den E-Commerce-Markt haben. Aber für einige E-Commerce-Anbieter ist es sinnvoll, sich bereits heute mit den Möglichkeiten auseinanderzusetzen. Langfristig wird sich die Situation verändern, höchstwahrscheinlich zu Ungunsten Amazons.

Vielleicht hat man das bei Amazon schon erkannt und weitet deshalb als ersten Schritt das Angebot der universalen Wishlist auf weitere Märkte jetzt aus:

Jetzt kann jeder Onlinekäufer durch den neuen Universal Wunschzettelbutton jedes Produkt in seinem Wunschzettel sichern. Natürlich kann der Wunschzettel nach wie vor öffentlich gemacht werden. Auch werden die URL`s der externen Shops mit übernommen.

Bei Amazon könnte die Erkenntnis reifen, dass der eigenen Plattform eine neue, mächtige Konkurrenz mit Facebook und anderen Datendiensten im Zentrum und vielen an sie angeschlossenen E-Commerce-Angeboten erwächst.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Die neuen Tools, Facebook, Shopping Widgets, Social Commerce

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1 reply

  1. Ich seh keine ernstzunehmende Gefahr für Amazon, da ich keine wirkliche Stärke in Amazons Personalisierung sehe (der Algo ist stroh dumm ;) ). Die wahren Stärken liegen wo anders (Einfachheit, Schnelligkeit, Support, Preis, Bewertungen).
    Schönes WE! 8D

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