Garmz: An der Fashion-Front mit Crowdsourcing und Outsourcing

Das Wiener Fashion-Startup Garmz will unbekannte, junge Modedesigner mit dem kompletten Outsourcing aller operativen Aufgaben anlocken. Die Designer stellen die Designs, Garmz übernimmt die Produktion und den Vertrieb der bei der Community populären Kleidungsstücke. Das Versprechen: Das eigene Fashionlabel auf die einfachstmögliche Art.

Designer stellen ihre eigenen Modedesigns auf Garmz ein. Andere Garmz-Nutzer können daraufhin Feedback geben und die Designs hochvoten. Von Designs, die sich in der Community durchsetzen konnten, wird Garmz zusammen mit dem Designer einen Prototypen erstellen; sofern sie als Serie produziert werden können.

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Mit diesem Prototypen bestückt Garmz dann den 'Upcoming'-Bereich des Webshops. Dort können Nutzer jetzt verbindliche Vorbestellungen abgeben. Anhand der Vorbestellungen übernimmt Garmz dann die Produktion der Kleidungsstücke, die unter dem Label des Designers über den Webshop von Garmz auch vertrieben werden. Entsprechend der Anzahl der Vorbestellungen will man sich bei garmz zu diesem Zeitpunkt auch noch gegen eine Produktion entscheiden können.

Die Designer sollen dabei weitestgehend Kontrolle über ihre Mode haben und auch ihre eigene Marge anhand eines Preistools bestimmen können.

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Die Modewelt lebt vom Abkupfern und gegenseitigen Kopieren. Aber wie viele Designer werden damit leben können, dass ihre Ideen bereits vor der eigenen Produktion kopiert werden können, weil sie öffentlich einsehbar sind? Garmz setzt auf den zeitlichen Vorteil des eigenen Shops in dieser Frage, was mich nicht hundertprozentig überzeugt.

Sollte Garmz erfolgreich werden und sich in der Modewelt einen Namen machen, könnte das ein Problem werden, dem man begegnen muss. Etwa mit differenzierteren Veröffentlichungsebenen innerhalb der Garmz-Community.

Noch ist das aber Zukunftsmusik. Garmz befindet sich aktuell noch in der Beta-Phase und ist noch nicht komplett online.

Die Website selbst ist zum Teil online. Designer können bereits ihre Entwürfe hochladen. Ende Juli sollen die ersten Community-Features folgen. Ende Sommer sollen die ersten Produkte auf Garmz verkauft werden.

Garmz hat die Seedrunde abgeschlossen und ist nach eigenen Angaben für dieses Jahr finanziell abgedeckt. Die Seedrunde lag laut TechCrunch EU im niedrigen sechsstelligen Bereich. Im Herbst diesen Jahres wollen die Gründer wieder Gespräche mit VCs aufnehmen.

Ein ausführliches Review des Startups hat Joao Belo veröffentlicht und kommt zu folgendem Schluss:

"As it stands, garmz’s value proposition isn’t clear, isn’t game-changing or disruptive and so it’s difficult to believe they will become the fast-growing profitable business that can deliver on VC’s IRR expectations.

garmz’s team, however, will certainly execute on their strategy and have a couple of surprises up their sleeves that might make me think otherwise – let’s see!"

Siehe im Gegenzug dazu auch das Modell von Society6 ("Society6 bietet Künstlern E-Commerce-Services
zur Vermarktung")

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Crowdsourcing, Die neuen Händler, Social Commerce, Wunschgenau

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