Buch/Handel 2020: “Kids are reading differently”

„I hear a refrain from adults that „kids don’t read any more“ I’m excited to share that kids (tweens/teens) do read, but they are reading differently. On Wattpad their reading is social and mobile, and the reading experience invites users to become active participants in the creative process…reading begets writing.“

Jeff Norton berichtet bei Futurebook über seine Erfahrungen mit Wattpad. Nachdem der „traditionelle“ Autor dort Kapitel seines – in den USA nicht erhältlichen – Buchs „MetaWars“ veröffentlichte, war er nicht nur von der Resonanz überwältigt, sondern lernte auch das kollaborative Funktionsprinzip der Lese-/Schreib-Plattform schätzen.

Die E-Book-Revolution

Electronic Book Fair: Als „Erste E-Book-Messe Deutschland“ hatte sich die Electronic Book Fair das Ziel gesetzt, ein Gegengewicht zu den etablierten Branchentreffs bieten. Gute Zusammenfassungen zur Premiere Mitte Juni liefern Sarah Khan auf dem Suhrkamp-Blog und Kai Wels (Kaipiranha.de).

Blloon heißt ein neuer Abodienst für E-Book, der im Sommer an den Start gehen will. Laut Buchreport steht hinter Blloon („Escape to all the great stories“) ein deutscher E-Book-Spezialist, der sich noch bedeckt halten will. Vom Wettbewerb differenzieren will sich der Dienst durch ein Freemium-Modell und Belohnungen für Buchempfehlungen.

blloon

Forgotten Books: Der auf E-Book-Ausgaben von gemeinfreien Werken und historischen Texten spezialisierte US-Publisher Forgotten Books kündigt die Einführung eines monatlichen Lese-Abos inklusive einer dazugehörigen App an. (Pressemitteilung)

Neue Formen und Wege

Alt Lit: Twitter-Lyrik, Youtube-Lesungen und Gratis-Veröffentlichungen sind nur einige Merkmale einer neuen literarischen Nachwuchsszene, die der Guardian nun mit dem Label „Alt Lit“ belegt.

Smart Content: Was bedeuten Wearables und das Internet of Things für die Vermittlung von Inhalten? Mit dieser Frage hat sich Smart Digits beschäftigt und sieht einen Trend u.a. zu Content in Häppchenform und Inhalten, die offen auf ihre technische Umgebung reagieren.

Zola Books: Trotz viel Lob ist Zola Books als E-Book-Plattform bisher noch nicht der ganz große Sprung gelungen. Auf unerwartet große Resonanz stößt das Startup allerdings als Discoverability-Dienstleister: Inzwischen setzen bereits 67 US-Bibliotheken das Empfehlungssystem der Plattform ein. (Pressemitteilung)

Eine Branche im Umbruch

Amazon im Gegenwind: Während in Frankreich das sogenannte Anti-Amazon-Gesetz beschlossen wurde, das den kostenlosen Versand von Büchern verbietet (via Good eReader), hat in Deutschland der Börsenverein Kartellbeschwerde gegen den Online-Händler wegen seines Umgangs mit der Verlagsgruppe Bonnier eingereicht (via Buchreport).

Amazon reagierte darauf, indem es beteuerte, den Konflikt im Sinne der Kunden lösen zu wollen (via Golem). Gegenüber dem Spiegel (Printausgabe) äußerte sich auch Amazon-Deutschlandchef Ralf Kleber zu dem Streit:

„Ohne unsere Investitionen in Kindle gäbe es das heutige E-Book-Geschäft nicht, das vielen Autoren und Verlagen profitable Umsätze ermöglicht. Jetzt entwickelt sich das Geschäft rasant, und daran wollen wir einen fairen wirtschaftlichen Anteil haben.“

The Lost Tail: Dass das E-Publishing vor allem Longtail-Titeln zugute kommt, ist hinlänglich bekannt. Für Aufsehen sorgt deshalb ein Whitepaper von RCS Libri („The Lost Tail: The Myth of the Long Tail”) und Verkaufsdaten des kanadischen ISBN-Dienstleisters Booknet, die den Long Tail Effekt bezweifeln. Mike Shatzkin fasst die Zweifel in einem Blogbeitrag zusammen:

„If the data presented turns out to be the future trend, the increase in self-published titles will drive more and more sales to a smaller number of winners, and my hunch would be that the winners will most likely be from publishers. That would indeed be a paradox and a totally unintended consequence.“

Was wurde eigentlich aus

Sobooks: Die Social-Reading-Plattform von Sascha Lobo und Christoph Kappes startet nun erst im dritten Quartal. Mit einer neuen Version will Sobooks dann auch mobile Endgeräte besser unterstützen. (via Buchmesse-Blog)

PaperC hält – entgegen anderslautender Berichte – weiterhin am Plan einer Lese-Flatrate fest. Nach eigenen Angaben akquiriert PaperC derzeit pro Woche 2000-3000 neue Titel von Verlagen und will sich als führende deutsche Wissens- und Arbeitsplattform im Netz etablieren. (via Buchmesse-Blog)

Unter der Rubrik Buch/Handel 2020 bringen wir jede Woche das Spannendste zu den strukturellen Umbrüchen in der Buchbranche („Buchlos in die Zukunft“).

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Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Buchhandel

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