Und wer bekommt als nächstes Vorzugsaktien von Rocket Internet?

Es ist weiter Exitzeit im Samwerreich. Und nach United Internet und den Samwers („Rocket Internet übernimmt Samwer-Beteiligungen für 255 Mio. €“) gab es auch diese Woche wieder Vorzugsaktien („Holtzbrinck steigt bei Home24, Westwing und Hellofresh aus“) für die Freunde des Hauses („Exchanges #64: Die Paten des Internets“).

Und dass es mit dem Rückkaufprogramm bei Rocket Internet fürs erste so weiter gehen wird, das hat heute Kinnevik schon mal durchblicken lassen (danke für das Chart @Zalorians):

rocketstructure

„This acquisition allows Rocket to progress on its strategic objective of owning larger stakes in the most established companies it has founded over the last five years.“

Nach Holtzbrinck wären die nächsten Kandidaten in der Hackordnung Tengelmann sowie die Kinnevik-Tochter Millicom und die Rocket Holdings in Afrika und Lateinamerika:

„In 2012, Millicom entered into partnership with Africa Internet Holding (AIH), founded by Rocket Internet.

AIH is present in 21 countries, including Algeria, Morocco, Tunisia, Rwanda, TanzaniaUganda, Kenya, South Africa, Nigeria, EgyptIvory CoastGhana and Senegal.

That same year, we partnered with Latin America Internet Holding (LIH) – also part of Rocket Internet – which now operates in twelve countries including Brazil, Mexico, Argentina, Chile, Colombia, Peru, Ecuador and Venezuela.

Our initial successes online have led to a new landmark partnership with Africa’s leading telecommunications company MTN which will accelerate this growth.

Our strategy has always been to measure and identify a successful concept, then roll it out to other markets. While we build, we consolidate these online businesses and make more synergies happen.“

In einem weiteren Schritt könnten dann die vielen anderen Kapitalgeber zum Zug kommen, die sich in letzter Zeit an Rocket-Startups beteiligt haben („Exchanges #15: Die größten Samwers aller Zeiten“). Siehe auch Welche Handelshäuser hat Oliver Samwer bereits in der Tasche?

Man kann gespannt sein, wieviele die Option im Rahmen wievieler Kapitalerhöhungen wahrnehmen und ob uns die Rocket-PR-Strategen jetzt tatsächlich jede Woche neue Aktionäre präsentieren wollen bzw. wann die Samwers die Karten für Rocket Internet auf den Tisch legen.

Bis zum 18. September dürfte es erst einmal so weitergehen. Da ruft Kinnevik zum zweiten Kapitalmarkttag in diesem Jahr. Und dann wird man sehen, wie sich Kinnevik verhält („Exchanges #59: Wenn die Samwers mit den Kinneviks“) – komplett raus aus Rocket Internet oder komplett rein, mit Zalando oder ohne?

Über die Verkaufsshow der Samwers („Exchanges #63: Wie gut verkauft sich Rocket Internet?“) und das „Samwer“-System“ an sich („Exchanges #64: Die Paten des Internets“) hatten wir uns bereits ausführlich in den Exchanges unterhalten.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Samwer Report, Shopboerse

  1. Titelgeschichte in der am kommenden Montag (25.8.) erscheinenden Wirtschaftwoche: „Drei glorreiche Halunken – Das riskante Milliarden-Geschäft der Samwer-Brüder“.

    Die WiWo berichtet unter anderem sehr treffend: „Seit 2012 kehrte Rocket Internet fast eine Milliarde Euro an Sach- und Bardividenden an die Eigentümer aus. Das lässt sich aus einem Prüfbericht zur Umwandlung des Unternehmens in eine Aktiengesellschaft im Juli ableiten. […] Nebeneffekt: Die Auszahlungen leerten die Kasse der Rocket-Holding empfindlich. Neue Investoren und demnächst auch private Anleger sollen helfen, nachzufüllen. Dann, so die Hoffnung, wird die große Samwer-Show noch erfolgreicher, noch gewinnbringender weitergehen – fragt sich nur für wen.“

    Etwas früher heißt es im Artikel: „Ein neuer, ein digitaler Mittelständler, der mit Fleiß, Disziplin und operativem Geschick geführt werde, sei Rocket Internet. […] Das hört sich gut an. Doch der Beweis, dafür, dass die Unternehmen, die Rocket Internet gründete, auch Geld verdienen wie bei soliden Mittelständlern eigentlich üblich, der fehlt bisher. Die operativen Verluste von zehn zentralen Rocket-Ablegern, darunter der Möbelhändler Home24 und die russische Zalando-Kopie Lamoda, summierten sich 2013 auf rund 431 Millionen Euro.“

    Fassen wir zusammen: Das operative Geschäft tief in den Miesen. Die Alteigentümer lassen sich trotzdem satte Dividenden auszahlen, die durch Einzahlungen neuer Anleger finanziert werden. Früher sagte man zu sowas „Schneeballsystem“. Von Bernie Madoff lernen, heißt siegen lernen!

    PS: Außerdem gibt die WiWo noch einen TV-Tipp: Am 26. August läuft um 21 Uhr im ZDF die Frontal21-Dokumentation „Die Milliarden-Geschäfte der Zalando-Boys“.

Trackbacks

  1. Rocket treibt die Bewertung seiner Fashion-Startups auf 2,7 Mrd. € | Exciting Commerce
  2. Börsengang von Rocket Internet: Heuhaufen ohne Nadel?

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