Wenn Kinnevik Rocket Internet den Rücken kehrt

Spätestens seit Kinnevik mehr sein will als nur Zahlmeister („Rocket präsentiert Kinnevik-Ersatz-Fonds über 420 Mio. Dollar“) und selber Ambitionen im Company Building hegt, ist die Beziehung zu Rocket Internet kompliziert geworden. In der Regel gilt: Wo Oliver Samwer Gas geben will, tritt Kinnevik auf die Bremse (und umgekehrt).

kinnevikrocket

Jetzt allerdings scheint man endgültig genug voneinander zu haben („Kinnevik-Vertreter gehen im Streit“). Als einer der größten Anteilseigner will sich Kinnevik nun komplett aus dem Rocket-Aufsichtsrat zurückziehen („Neue Aufsichtsratsmitglieder nominiert“) – und man kann gespannt sein, wann und wie sich die Kinneviks von ihren verbliebenen 13% Rocket-Anteilen trennen wollen.

Bloomberg hatte letzte Woche einen bemerkenswerten Beitrag („Rocket Internet’s Reality Check“) über das schwierige Verhältnis der beiden Parteien.

Mit Kinnevik verliert Rocket Internet zugleich auch einen wichtigen Gegenpol zu Oliver Samwer. Deshalb ist bei Rocket Internet künftig wieder mit allem zu rechnen.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Samwer Report, Shopboerse

7 replies

  1. Schneller als ich vermutet hatte fällt das Kartenhaus Rocket Internet in sich zusammen. Proven Winners sind größtenteils Proven Loosers, ein Fehltritt folgt dem anderen und viele „Ratten“ verlassen das sinkende Schiff. Der Börsenkurs hat sich bei steigendem DAX binnen von 1,5 Jahren mehr als halbiert und nun flüchten auch noch die Großinvestoren in Panik, die diesen aufgeblasenenen Totentanz erst möglich gemacht haben.

    Wenn man mich fragt: Rocket Internet hat insbesondere dem deutschen E-Commerce einen absoluten Bärendienst erwiesen.
    Abzocker, schlechte Arbeitsbedingungen, weder profitabel noch nachhaltig, arrogant, nächste Internetblase nach 2000 und vieles mehr. Das sind die Dinge, die wohl in 5 Jahren haften bleiben werden, wenn RI jetzt nicht verdammt schnell mal die Kurve bekommt.

  2. Wäre es nicht eine strategische Option für RI – ähnlich wie TechStars – Accelerator-Programme für (deutsche) Corporates zu betreiben? Trotz aller Misserfolge in der jüngeren Vergangenheit ist RI immer noch der renommierteste Company Builder in Deutschland. Wenn man es nicht schafft, der Old Economy durch „Proven Winners“ dauerhaft die Stirn zu bieten, so könnte man doch als „Digitalisierungsvehikel“ für eben jene Alteingessenen fungieren, um sowohl Vertrauen als auch Reputation zurückzugewinnen. Ganz zu schweigen von den möglichen Synergien, die aus solchen Kooperationen erwachsen könnten.

  3. @Jan,

    genau das macht etventure sehr erfolgreich. Warum also auf die Geldvernichtungsmaschine Rocket Internet setzen??? Sehe aktuell keinen Grund…

    Rocket hat meiner Meinung nach nur einen Weg vor sich: Radikal Innovativ werden!!! Die Altgesellschafter mit dem Geld aus dem Lieferheld Börsengang ausbezahlen & neue, Innovationsfördernde Investoren suchen.

    Rein operativ: Keine Ex-Unternehmensberater als CEOs einsetzen, sondern Gründer – die nicht ausschließlich aus monetärem Anreiz handeln – sondern Ideen verwirklichen wollen! Es gibt doch nichts schöneres als wenn eine Idee am Markt Nachfrage findet & erste Umsätze generiert werden!!!

    • Was bei Zalando und einigen anderen perfekt funktioniert hat, lässt sich halt doch nicht beliebig skalieren. So lange Geld quasi grenzenlos fliesst, kann man dieses Spiel spielen, jetzt wo es weniger wird, muss man einfach mal konsolidieren. Ich sehe das nicht ganz so negativ. Rocket hat a) noch genug Geld und b) noch genug gute Leute an Board um aus dieser Delle auch wieder rauszukommen.

Trackbacks

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  2. Bekommt Kinnevik bei der Global Fashion Group die Kurve? – Exciting Commerce im 12. Jahr
  3. Wenn Kinnevik Rocket in die Quere kommt (und umgekehrt) – Exciting Commerce im 12. Jahr

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