Windeln.de verliert in Deutschland weiter an Boden

Windeln.de steckt nach einem schwierigen Jahr („Windeln.de beendet das Umbruchjahr 2016 bei 195 Mio. €“) weiter im Restrukturierungsschlamassel und verliert vor allem im Heimatmarkt weiter an Boden:

Mit dem aktuellen Sparkurs wird sich Windeln.de schwer tun, in profitable Umsatzregionen vorzudringen, zumal der bestehende Kundenstamm in der Elternzielgruppe sehr schnell veraltet.

Den aktuellen Unterlagen (PDF) zufolge verfügt Windeln.de noch über Cashreserven von gut 48 Mio. Euro und hofft damit bis 2019 den Break-Even zu erreichen.

Amazon hatte kürzlich Diapers den Todesstoß gegeben.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Food, Shopboerse

26 replies

  1. Macht’s gut und danke für den Fisch.

  2. Wellenreiter… Ich muss immer noch an die Phase denken, in der windeln.de hier im Blog und auf der K5-Bühne so dermaßen abgefeiert wurde – und Otto & Co. für tot erklärt. Fast forward 18 Monate, das Bild hat sich um 180 Grad gedreht und die ‚Experten‘ reiten die nächste Welle.

    • Die K5-Super-Experten sind doch nun schon lange bekannt für ihr Freihandsegeln: immer die Nase im Wind … je nachdem von wo er kommt.

    • kann man so sehen, ist aber doch eher so: Windeln.de würde in seiner damaligen Konstitution immer noch gefeiert, und was bei Otto & Co. in den letzten 18 Monaten kollabiert ist, ist ja auch hinreichend dokumentiert.

    • und die Häme nehmen die K5-Super-Experten natürlich gerne in Kauf. Nur immer her damit.

      • Echt? Na dann habt ihr in der ganzen Zeit ja noch nicht mal dazugelernt. Bei euch gilt schwinbar immer noch die magische Druidenformel der eCommerce Experten: 2+2 = 22. Unfassbar.

  3. Die Wahrscheinlichkeit, dass ambitionierte Unternehmen wie Windeln.de scheitern, liegt bei 90%. Insofern haben die Skeptiker immer die besseren Karten. Aber die 10%, die durchkommen (die Amazons, Zalandos, Zooplus) verändern die Welt. Wohl denen, die unterscheiden können, wer zu den 10% gehört …

    • Das kann fast niemand. Selbst die, die das behaupten, hatten einfach nur 1-2x verdammtes Glück. Zalandos kann man eben doch nicht am Fliessband produzieren, wie Rocket das seinen Investoren noch vor 2 Jahren glaubhaft verkauft hat. Es muss einfach ALLES zusammenkommen, um solche Treffer zu landen.

      • idealerweise muss man über die Zeit ein Raster entwickeln und Kriterien, die auch extremen Außenseitern eine Chance geben. Mich grämt jedenfalls erheblich mehr, dass ich bei Mymüsli zu skeptisch war als bei Windeln.de und anderen zu wenig.

    • „Die Wahrscheinlichkeit, dass ambitionierte Unternehmen wie Windeln.de scheitern, liegt bei 90%. Insofern haben die Skeptiker immer die besseren Karten. Aber die 10%, die durchkommen (die Amazons, Zalandos, Zooplus) verändern die Welt. Wohl denen, die unterscheiden können, wer zu den 10% gehört …“
      Hier verwechselst du aber etwas ganz gewaltig! Wenn ein risikoreiches Investorenportfolio mit Start-Up-Beteiligungen so aussieht, dann ist das okay.
      Aber wenn 9 von 10 BÖRSENNOTIERTE E-Commerce Start-Ups den Bach runtergehen und eins davon durchstartet, dann haben wir die Zeiten des „guten“ alten Neuen Marktes wieder… Und das wäre der größte Bärendienst, den uns diese Firmen bescheren könnten!

      • ich habe mich bei den ambitionierten Unternehmen nicht auf börsennotierte Unternehmen bezogen. Für mich zählen dazu Unternehmen wie Westwing, Home24, Outfittery, Lesara oder international Stitch Fix, Wish, Enjoy u.v.a.m.

        Bei den börsennotierten Unternehmen ist die Quote natürlich erheblich geringer, gerade in der jetzigen Phase, wo die Hürde für einen Börsengang sehr hoch liegt.

      • In diesem Thread geht es doch um Windeln.de und dabei handelt es sich um ein börsennotiertes Unternehmen. Die von dir genannten 10% der „Gewinner“ sind auch alles börsennotiertes Unternehmen.

  4. Es gibt halt den K5 ‚Inner Circle‘ mit befreundeten Bloggern, Beratern und Firmen – und den Rest. Der inner circle wird gefeatured, gelobt, beworben, referenziert, no matter what. Spryker kann z.B. rumeiern wie es will, alles cool, weil Alex Graf der Babo ist. Die anderen werden spitzzüngig zerrissen. Diese selektive ‚passive aggression‘ stört insgesamt und seit längerem.

    Wenn hier nicht neutral dem ‚Handel von morgen‘ geholfen wird, vielleicht mal einen alternativen Workstream starten ‚zum Blog von heute für den Handel von morgen’…

    • auch das kann man so sehen. Defacto ist aber der Kreis, der vor- und weiterdenkt und entsprechende Ideen und Lösungen entwickelt, sehr überschaubar. Deswegen ist aber noch lange nicht „alles cool“, was Alex Graf und andere machen, was an geeigneter Stelle auch durchkommt. Aber natürlich sucht man sich Verbündete für die Themen, Trends und Aspekte, die man für spannend und relevant hält. K5 und Exciting Commerce decken ja innerhalb der Branche nur ein sehr kleines Spektrum ab. Persönlich würde ich mich freuen, wenn es noch ein Dutzend alternativer Konferenzen und Blogs für den Handel von morgen gibt. Gibts aber leider nicht: All überall wird nur darüber sinniert, wie der alte Handel gerettet werden kann … und so schart sich eben das kleine Häuflein Gleichgesinnter zusammen …

      • Solange es den „Gleichgesinnten“ gelingt, mit wilden Bewertungen den Kleinaktionären die Euros beim IPO aus der Tasche zu ziehen, so dass alle „Visionäre“ und „Gleichgesinnten“ mit nem Lächeln in den Sonnenuntergang segeln können, ist doch alles super.

  5. @Maruvke Ich glaube, jetzt überziehst Du etwas. Ich kennen keinen der von Dir erwähnten „Visionäre“, der mit einem Lächeln in den Sonnenuntergang segelt. Die allermeisten haben echt Stress, weil sie die Sachen, die sie sich ausdenken, auch ASAP umgesetzt haben wollen und das fordern auch deren Geldgeber.
    Und klar, dass man sich mit Leuten zusammen tut, die den gleichen Antrieb haben.

    Ich kann Jochen’s Einschätzungen auch nicht in alle Fällen teilen, aber EC und K5 als Vetternwirtschaft zu bezeichnen, halte ich für totalen Quatsch. Dieser „inner Circle“ steht schliesslich jedem offen, der ein spannendes Thema hat. Du würdest sofort einen Slot auf der K5 bekommen, wenn Du dort Argumente vortragen wolltest, warum Spryker Quatsch ist und Shopware toll. ;-)

    • Es geht’s hier aber nicht um die Beurteilung unterschiedlicher Technologien, Shopsysteme o.ä.

      Es geht darum, dass Fakten aus Unternehmenszahlen bewusst falsch dargestellt und abgefeiert wurden. Dies passenderweise direkt vor dem IPO – wie du einfach in den Posts von damals bzgl. Windeln.de nachlesen kannst. Da wurden substantielle – naturgemäß unangenehme – Fragen gestellt, die von einem neutralen Autor beantwortet worden wären.

      Dann schau Dir an, was mit den Geldern passiert ist, die durch den IPO geflossen sind: die Ratten verließen das sinkende Schiff mit vollen Taschen Richtung Sonnenuntergang – was interessiert dann noch der Aktienkurs. Kleinanleger Gelder verbrannt, Investment gerettet. Alles super.

      Und nun erkläre jemand die Motivation eines „unabhängigen“ Blogs, ein so offensichtlich mangelndes Geschäftsmodell zu hypen, um sich im Anschluss an den IPO dann in Stillschweigen zu hüllen und die Kontra-Position als „Troll“ abzustempeln.

  6. Der windeln.de Case sorgt jedesmal für viele (erheiternde) Diskussionen hier. Wer um die 90% vs. 10% Regel weiß, der ist entweder sehr vorsichtig mit Prognosen oder nimmt in Kauf, dass er für Fehleinschätzungen abgestraft wird. So wie ich die Kommentare von Jochen hier lese, hat er genug Nehmerqualitäten, die Kritik auszuhalten. Insofern – alles gut.
    Bei windeln.de braucht man keinen Taschenrechner oder eine aufwendige Cashflow Projektion, um zu sehen, dass die Liquidität kaum bis 2019 reicht und nie bis zur Profitabilität. Es wird also nochmal schmerzen, den Beitrag über die Insolvenz von windeln.de zu verfassen…

    • Ich kann mich nur wiederholen: Die 90/10 Regel sollte auf KEINEN FALL für börsennotierte Online-Unternehmen gelten! Dieses katastrophale Verhältnis würde den ultimativen Vertrauensverlust der Anleger und Öffentlichkeit bedeuten und somit den Ruf des Online-Handels nachhaltig wiederholt (nach dem Desaster des Neuen Marktes) zerstören!

    • Wenn du es „erheiternd“ findest, dass bei dieser Art von IPO der innere Kreis durch Missinformation profitiert … ja, dann sind es wirklich erheiternde Beiträge hier … die allerdings dann nix mehr mit eCommerce Expertise sondern eher mit der berühmten Sage aus „Hameln“ zu tun haben.

  7. Ich weiß gar nicht, was Ihr alle habt bezüglich Geschäftsentwicklung und Liquiditätsreichweite habt. Die ersten Börsenanalysten empfehlen Windeln.de aktuell wieder zum Kauf: https://www.comdirect.de/inf/aktien/detail/news_detail.html?ID_NEWS=569533580&ID_NOTATION=132139239&NEWS_CATEGORY=EWF

    Zitat aus dem Researchbericht der Montega AG über Windeln.de: „Fazit: Die initiierten Maßnahmen zur Profitabilitätssteigerung zeigen erste Erfolge, sollten sich aber erst in den kommenden Quartalen und Jahren voll entfalten, so dass 2017 als weiteres Übergangsjahr eingestuft werden kann. Dennoch dürfte der eingeschlagene Weg in den kommenden Jahren zu einer deutlichen Verbesserung des operativen Ergebnisses führen, was sich auch in der Kursperformance niederschlagen sollte. Die Kaufempfehlung wird mit einem unveränderten Kursziel von 4,00 Euro bestätigt.“

    Ich finde es bemerkenswert, dass E-Commerce-Insider zu ganz anderen Schlüssen kommen. Man kann sicherlich sagen, dass auch Analysten noch viel über E-Commerce lernen müssen.

  8. Geschäftsentwicklung und Liquiditätsreichweite sind für mich sekundär. Für mich ist primär, dass die Aktie in einem extrem positivem Gesamtmarkt binnen zwei Jahre von 18,5 Euro auf unter 4 Euro abgestürzt ist.
    Das heißt, dass die Aktie mit Erwartungen und Vorschusslorbeeren an die Börse gegangen ist, die sie niemals verdient hatten. Solche Geschäfts- und Kursverläufe sind ein Bärendienst am deutschen E-Commerce, da sie das Vertrauen der Öffentlichkeit schädigen.

    • Ich sehe es bei Aktienkäufen genau umgekehrt: Die Meinung der anderen Spieler am Aktienmarkt – und damit der bisherige Kursverlauf – interessiert mich nicht. Ob eine Aktie kaufenswert ist, ergibt sich alleine aus den Zahlen und dem Zukunftspotenzial der Firma bzw. daraus, ob der aktuelle Aktienpreis im Vergleich zur zukünftigen Geschäftsentwicklung weiterhin günstig ist. So können auch stark gestiegene Aktien das Prädikat „Schnäppchen“ bekommen und stark gefallene die Einschätzung „noch viel zu teuer“.

      Ich stimme Dir allerdings zu, dass fallende Kurse abträglich fürs Image der gesamten Branche sind. Kritisch wird es immer dann, wenn es dem Management weniger darum geht, die eigenen Produkte an die Endabnehmer zu verkaufen, und wenn stattdessen die eigene Firma das Hauptprodukt darstellt mit dem obersten Ziel, dieses möglichst teuer an Investoren / Aktionäre zu verscherbeln. Mit Windeln.de und Rocket Internet fallen aus meiner Sicht gleich zwei börsennotierte Spieler durchaus in diese Kategorie.

      • Zu Punkt 1: Prinzipiell richtig, aber wenn ein Managment die Aktie binnen 2 Jahren 70% in den Keller geschickt hat, dann bin ich was die Zukunftsprognosen und -potenziale angeht, eher vorsichtig.
        Ich glaube kaum, dass sich windeln.de dem Gesamtmarkt entziehen kann, wenn es erstmal zur lange überfälligen Korrektur kommt.

        Zu Punkt 2: Mein Reden ;-)

  9. Und genau sowas meine ich: https://www.gruenderszene.de/allgemein/matratzen-startup-eve-draengt-an-die-boerse
    14 Millionen Euro Umsatz in 2016 aber mit einer Bewertung von 165 Millionen Euro an die Börse gehen…

    Wie man so eine Bewertung rechtfertigen und halten will, ist für mich unerklärlich! Aber egal, getreu dem Motto: Soviel billiges Geld wie jetzt gab es noch nie in der Geschichte der Menschheit und wenn nicht jetzt Reibach machen, dann in ein paar Jahren arm untergehen. Nach mir die Sinnflut!

  10. Hallo, mal eine andere Sichtweise. Als SEO wird Windeln.de immer als Superbeispiel für deren Inhalte bzw. das Magazin genannt. Das Magazin ist das stärkste Verzeichniss und macht 60 % der Sichtbarkeit aus. Gut Sichtbarkeit ist kein Traffic aber da besteht schon eine positive Korrelation. Bei so einem Verhältnis der Sichtbarkeiten von windeln.de und windel.de/magazin/, bin ich mir sehr sicher, daß auch der falsche (informationale) Traffic auf die Seite kommt, Traffic der nicht viel Umsatz generiert. Den transaktionalen – umsatzbringenden – Traffic muss ich damnn teuer einkaufen.

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