DHL-Krise: „Warensendungen“ sollen Paketzusteller entlasten

Während Deutsche Post und DHL gerade im Rahmen ihres aktuellen Sparprogramms mit Hochdruck daran arbeiten, möglichst viele ihrer Postbeamten in den (Vor-)Ruhestand zu versetzen, sollen die verbleibenden Postboten zunehmend die Paketzusteller entlasten. Dementsprechend soll bei der (Brief-)Post das Geschäft mit „Warensendungen“ ausgebaut werden:

„Für kleinformatige Warensendungen bis 1.000 Gramm führt die Deutsche Post einen neuen und schnellen Versandservice ein.

Der Einführung ging eine Testphase bei ausgewählten Geschäftskunden voraus. Nun können alle Kunden ihre kleinformatigen Waren mit der Warenpost National versenden.

Ebenfalls neu im E-Commerce-Versandportfolio der Deutschen Post ist die „Warenpost international“ für kleinformatige Güter und Waren bis zu einem Gewicht von 2.000 Gramm.“

Die zugehörige Pressemitteilung („Deutscht Post führt neues Produkt „Warenpost“ ein“) ist nicht mehr online. Die Warensendungen sind in Größe und Gewicht offenbar so konzipiert, dass sie von den Briefsortiermaschinen verarbeitet werden können.

Wohl nicht ohne Grund nimmt auch Amazon gerade sein erstes Small and Light (SnL) Lager in Betrieb.

Im Unterschied zum Paket haben „Warensendungen“ für den Online-Handel und seine Kunden den Vorteil, dass sie problemlos in den Briefkasten geliefert werden können.

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  1. @Jochen. Hier zitierst Du einen verwirrenden bzw. falschen Artikel bei Transport-Online.de

    Die Warensendung, wo Du auch oben den Screenshot einblendest, gibt es bereits seit Ewigkeiten und das ist ein Produkt, welches kein Tracking hat. Folglich im eCommerce, gerade für Verkäufe bei Amazon und eBay nicht mehr ausreichend ist. Deswegen hat die Post tatsächlich das Produkt Warenpost eingeführt, wozu wohl auch der Text unter dem Screenshot passt, da geht es aber tatsächlich um das neue Produkt Warenpost:

    https://www.deutschepost.de/de/w/warenpost.html bzw. Warenpost international:

    https://www.deutschepost.de/de/b/briefe-ins-ausland/warenpost-international.html

    Zugegeben, etwas verwirrend, was die Begriffe angeht, das neue Produkt ist aber das, was unter den beiden Links oben angeboten wird.

    • Danke Dir für die Aufklärung! Ich habe den Screenshot ausgetauscht und das Ganze entsprechend korrigiert.

      • Interessant dabei ist, dass dieses Produkt ja schon auch mindestens mit dem DHL-Päckchen konkurriert und vom Zustellaufwand sehe ich jetzt mal einen nicht so riesigen Unterschied. Aus meiner Sicht schon Konkurrenz zu DHL-Paket im eigenen Haus. Ganz besonders bei den internationalen Paketen, die sind die Preise wirklich erheblich günstiger.

      • aus meiner Sicht auch eine Art hausinternes „DHL Light“/Mini-DHL, das da entsteht.

        Wobei es ja in erster Linie darum geht, interne/organisatorische Probleme zu lösen. Da man aus den Postboten offenbar nicht einfach so Paketzusteller machen kann/darf, werden sie eben zu Warenpostboten.

        Zugleich lässt sich so aber auch deren Auslastung erhöhen, so dass die Post weiter täglich gebracht werden kann.

  2. Die Warensendung hatte nicht nur kein Tracking, sondern war auch nicht versichert und die Laufzeiten waren länger als bei den Paketen. Da sie ja über die Briefverteilzentren gingen. Viele Fashion-Anbieter nutzten den Service bereits für den Versand der Waren in der einer Tüte.

    Mein Bauch sagt mir, dass die Briefzusteller auch am Limit sind. Und so mancher Briefkasten ist ebenfalls überfüllt. U.a. mit Werbematerialien vieler stationärer Händler.

  3. Die Warenlieferungen auf den Postboten zu verlagern kann doch nicht die Lösung sein.
    Unser Postbote kommt nicht mehr jeden Tag und ich wohne nicht (!) auf dem Land.
    In der Folge ist unser Briefkasten an den Zustelltagen komplett überfüllt.
    Aber auch ohne dieses Problem sind Standardbriefkästen für Briefe und nicht für kleine Päckchen ausgelegt und die Briefträger prügeln einfach alles durch den Schlitz, ohne Rücksicht auf Beschädigung der Sendung oder des Briefkastens.

  4. Ich habe mich im ersten Quartal 2018 als Geschäftskunde für die Warenpost freischalten lassen und in den folgenden Wochen etwa 20 Warenpost-Sendungen verschickt. Das Tracking hat kein einziges Mal funktioniert – egal ob über den Briefkasten oder die Filiale eingeliefert wurde. Die Trackingnummern sind dieselben, die auch bei der Brief-Zusatzleistung PRIO zum Einsatz kommen. Ich habe in dem Zeitraum ebenfalls einige PRIO-Sendungen verschickt. Derselbe Mist, Tracking funktionierte kein einziges Mal. Der Geschäftskundenservice antwortete mir, dass nur solche Sendungen getrackt werden können, die maschinell verarbeitet werden können. Das widerspricht aber dem Grundgedanken der Warenpost, die immer in Form von Pappschachteln oder Luftpolsterumschlägen eingeliefert werden dürfte. Was ein riesengroßer Bödsinn das Ganze…

  5. Ich habe das schon bei einem anderen Artikel geschrieben, aber persönlich hätte ich mich über eine „Warnung“ im Vorfeld gefreut, daher sei mir nachgesehen, dass ich den identischen Kommentar hier auch poste:
    **********************

    Die Warenpost ist in der aktuellen Ausführung leider völlig unnütz. Der einzige Vorteil dieses Produkts ist die Sendungsverfolgung und genau die funktioniert nicht vernünftig.

    Die Sendungen werden bei Einlieferung nicht gescannt und im Postzentrum ist es dann Glückssache, ob ein Scan stattfindet, oder nicht. Zumindest bei uns wurden 30-50% der Sendungen nie gescannt. Wofür dann den Aufpreis zahlen?

    Wichtig für alle Händler ist auch: Es gibt keinen echten Zustellnachweis. Sobald die Sendung das Ziel-Postzentrum verlässt und am Abend nicht zurückkommt, gilt es im System als zugestellt.

    Auch sind 5cm für viele Briefkästen zu hoch. Bei uns landeten laut Kunden Sendungen auf dem Briefkasten, im Treppenhaus, halb in den Briefkasten reingestopft…

    Eine Haftung bei Verlust gibt es ebenfalls nicht. Wenn die Sendung verschwindet, darf man postalisch(!!!) eine Nachforschung einleiten – was das Ergebnis bei einer nie im System erschienen Sendung ist, überlass ich eurer Fantasie.

    Die Versandzeit ist im Idealfall extrem schnell (E+1), lag bei uns viel zu oft aber auch bei 1-2 Wochen.

    Dazu kommt, dass selbst ein Jahr nach Einführung viele Post-Mitarbeiter das Produkt immer noch nicht beherrschen.

    Alle genannten Probleme sind der Post übrigens lange bekannt. Einzig der Wille, es zeitnah zu ändern, besteht scheinbar nicht.

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