Dafür, dass noch niemand weiß, wohin die KI-Reise geht, herrscht weiter ziemlich viel Aktionismus. Chatbots und künstlich generierte Bilderwelten bleiben die KI-Hits im E-Commerce.
Viele im Online-Handel nutzen KI vorwiegend defensiv, um ihre bisherigen Businessmodelle abzusichern, an Effizienz zu gewinnen und Schwächen bei Suche, Navigation, Präsentation etc. auszubügeln.
Was aber mit denen, die die Möglichkeiten der KI offensiv nutzen, um den Online-Handel, wie wir ihn heute kennen, auszuhebeln und obsolet zu machen?
Marcel Weiß wird nicht müde, darauf hinzuweisen: Nicht mehr lange, und KI wird Teil der Betriebssysteme (Android, iOS, Windows etc.).
Mit Circle to Search hat Google schon mal einen kleinen Vorgeschmack gegeben, was das für den Online-Handel bedeutet, wenn künftig alle Apps Bilder, Produkte etc. erkennen können und damit Dinge anstellen, die man sich heute noch gar nicht vorstellen mag.
Wie kann der E-Commerce darauf reagieren (abgesehen von den erwartbaren „Foul!“-Schreien)?
Wie können sich Online-Händler, Marken, Hersteller, aber auch Marktplätze positionieren, um weiterhin relevant zu bleiben?
Und vor allem: Wie können Kund:innen künftig sicher sein, dass sie es mit vertrauenswürdigen Plattformen zu tun haben, die auch liefern, was sie versprechen?
Das wären einige der (KI-)Fragen, die es aktuell zu diskutieren gälte.
Frühere Beiträge zum Thema:
- Arc zeigt Amazon im Multi-Experience-Modus
- The Abundance Agenda: Innovationspotenziale im Überfluss
- 10 mögliche Aufgaben für smarte Agenten im E-Commerce
- Think XI: Neue Leitbilder für den Handel von morgen
- Rufus vs. Alexa: Wenn Amazon zum Pläuschchen lädt
- Was „Circle to Search“ für den Online-Handel bedeutet
- Das AI-Jahr zwischen Aktionismus und großer Ratlosigkeit
- Exchanges #349: Smarte Agenten, Interfaces und mehr
- Exchanges #343: Neue Leitbilder für den Handel von morgen
- Exchanges #342: Revolutioniert KI den Handel?

Hier wird leider etwas zu kurz gedacht. Ihr achtet immer nur auf das was der Käufer sieht. Dbzgl stimme ich euch zu – da haben die shop Anbieter im Moment wenig Interessantes zu bieten. Die Reise im ecommerce beginnt jedoch schon viel früher, bei den Produkt-, Preis-, und Medieninformationen. Sprich im PIM (falls verwendet) und hier ist KI eine Killer Applikation, die dem Händler nicht nur hilft Zeit zu sparen sonder auch dafür sorgt, das die Suche die richtigen Ergebnisse liefert (oft genau deshalb nicht der Fall), die richtigen Bilder angezeigt werden, SEO der Produktdetailseite funktioniert etc.
hatte ich ja geschrieben: KI wird im Handel gerade vorwiegend für Effizienz- und Sparmaßnahmen zum Schutz des bisherigen Geschäfts eingesetzt. Das macht ihn aber natürlich nicht immun gegen potenzielle Angreifer. „KI als Killer Applikation“ ist da durchaus doppeldeutig ;)