Oxid Commons: Mass Customization als Herausforderung

Gutes Geld lässt sich im Online-Handel auf absehbare Zeit vornehmlich mit exklusiven Sortimentsteilen und/oder exklusiven Verkaufsaktionen verdienen. 

Obwohl heute schon etwa zwei bis drei Prozent der deutschen Top 500 Shops (u.a. Spreadshirt, Shirtinator, Shirtcity, Personello, MyMüsli, FineArtPrint und diverse Fotodienste) vorwiegend von massenindividuell gefertigten Produkten leben, führen (einfache und intuitive) Konfiguratorlösungen im E-Commerce immer noch eher ein Schattendasein. 

Customwine

So setzen viele Online-Shops hierzulande und anderswo zumeist auf eigenentwickelte Konfiguratoren.

Open Source Systeme wollen hier Abhilfe schaffen. So gibt es seit kurzem für xt-Commerce neue Konfiguratorlösungen für Shirts und andere Produkte. Allerdings ist das neue xt-Commerce nicht mehr Open Souce verfügbar.

Mathias Fiedler von DeineSchokoladen und Till Achinger von Sonntagmorgen tüfteln gerade an einer Oxid-Erweiterung für kundenindividuelle Produktmischungen. Auf der Oxid Commons hat Mathias Fiedler einen erfrischend kurzen Einführungsvortrag zum Thema Mass Customization gehalten:

[Das Video beginnt leider erst nach der Werbung]

Weitere Infos zum Thema Mass Customization und Open Innovation finden sich im umfangreichen (Blog-)Werk von Frank Piller.

Sein letztes Buch über "Interaktive Wertschöpfung" ist kürzlich in einer stark überarbeiteten, zweiten Auflage erschienen.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Crowdsourcing, Die neuen Produkte, Make Economy, Open Source, Optaros, Wunschgenau

  1. Eine API für ein ausgereiftes und vollwertiges Shopsystem ist ja schon mal ein ganz schöner Fortschritt für den Bereich Mass Customization! Wir haben 2007 unzählige Programmierer kontaktiert und uns die Finger wundgesucht, aber damals war der Fokus trotz MyMuesli und Konsorten eben noch nicht so stark darauf gerichtet und es gab nichts „vorgefertigtes“. „Build one from many“ trifft zwar auch nicht auf alle Anbieter und vorstellbaren Produkte zu, aber wie gesagt, trotzdem ein Riesenfortschritt für Mass Customization insgesamt!

  2. Da kann ich nur zustimmen: Bei manchen Themen wundert man sich, dass sie noch nicht weiter sind. MC-Lösungen gehören sicherlich dazu …
    Taschen & Accessoires kannte ich als Online-Konzept auch noch nicht. Danke für den Hinweis :)

  3. Für einige Bereiche wird solch eine Lösung bestimmt klappen. Denke allerdings dass sich manche das auch so einfach vorstellen – gerade wenn es auch darum geht das fertige Produkt dann auch darzustellen. D.h. im Frontend auch die Logik richtig aufzubauen. Schade dass es sowas nicht schon früher gab so haben wir nun vieles selbst programmiert.

  4. Also ich kann aus sicherer Quelle sagen, dass das MaCuMo-Modul gut durchdacht ist und natürlich auch live entwickelt wird.
    Somit kann man jetzt schon sagen, dass sowohl die Darstellung im Frontend als auch die Logistik im Backend individuell ansteuerbar ist.

  5. Ich bin sehr gespannt und freue mich schon drauf ;) Schwierig bei solchen Dingen sind ja vorallem die Zusammenhänge zwischen verschiedenen Konfigurationsmöglichkeiten und die ganzen Ausschlußlogiken.
    Auch die Preisdefinition darf bei sowas nicht vergessen werden – gerade wenn es nicht nur um ein paar Gramm Zutaten geht sondern auch um Berechnungen von Flächen. Z.b. ich möchte ein Material (holz) auf eine Fläche von 2×2 Meter rechnen. Wenn ich aber dann einen Teil der Fläche wiederrum mit einem anderen Material (glas) ersetze muss ich von meiner vorherigen Berechnung diesen Teil abziehen etc.
    Für OXID wäre es aber ein riesiger Schritt – da würd sich schnell nich mehr die Frage nach dem Shopsystem stellen denn die wäre dann klar.

  6. @matthias: Super Konfigurator und schöner Geschäftsmodell-Ansatz!

  7. Eine Idee zu haben n diesem Bereich ist eigentlich keine schwere Sache, eine wirklich gute Umsetzung allerdings ist dagegen die schwierigere Aufgabe. Das Produkt konfigurieren zu können und ein entsprechendes Bild dem Kunden zu zeigen, wie sie fertiges Produkt aussehen soll ist hier die eigentliche Herausforderung. Eine durchdachte Lösung ist hier schon mal der wichtigste Schritt um ein solches Projekt dann auch erfolgreich auf dem Markt etablieren zu können.
    Wenn ich mir hier das von Matthias ansehe, dann wurde hier alles richtig gemacht und auch so, das es eigentlich jeder auf Anhieb versteht.
    MC wird sicherlich in den nächsten Jahren in vielen Teilbereich seinen Einzug finden.

  8. Bis Shops mit Mass Customization Angebot ein richtig professionelles und ausgereiftes Level erreicht haben, wird es wohl noch eine ganze Weile dauern. Die von Roland angesprochene materialabhängige Kostenberechnung wollten wir anfangs auch integrieren, haben es dann aber wieder fallen lassen. Aber für die Customizing Variante „Build one from many“, um die es im Video geht, ist das ja auch einfacher, als für eine „build from scratch“ Lösung, wie sie Woonio wohl sein wird!? Startups/Firmen, die etwas in Richtung „Zutaten-Mix“ planen, können sich also schon freuen, während alle anderen schauen müssen, ob man auf solche, jetzt bestehenden Module aufbauen und sie eventuell um komplexere Lösungen erweitern kann.
    Obwohl wir gerade erst gestartet sind, denken wir auch schon über Erweiterungen und Verbesserungen nach, um wirklich alle Aspekte der Produkte darstellen und zeigen zu können. Außenseite/Innenseite wäre ein Beispiel für ein Problem, das man bei „Mix-Lösungen“ oder Food-Produkten nicht hat.

  9. WOONIO wird auch keine absolute „Build vom Scratch“ Lösung – das hat aber nichts mit der Technik zu tun sondern eher mit den Kunden. Das berühmte weiße Blatt auf dem noch nichts vorhanden ist und vielen Leuten „Angst“ macht wäre hier fatal. Man muss dem Kunden auf jeden Fall eine Basis geben wie bei Tanner + Tailor. Allerdings kann man diese dann wirklich sehr weit konfigurieren.
    Beispiel: Geben wir einen Tisch genau so vor und sagen „du kannst nur die Materialien ändern aber die Maße nicht“ dann wäre das ganze relativ einfach.
    Wenn man bei T+T jetzt aber auch nicht nur das Material ändern könnte sondern auch noch die Maße der Taschen dann wäre das wohl nochmal eine andere Dimension – zum einen im Frontend-Design aber auch für die Logik im Hintergrund (Material +/- heisst auch Preis +/- | zumindest bei uns :P ).
    Diesen Schritt müssen wir bei WOONIO aber gehen ansonsten ist das ganze – für unser Produkt – nicht individuell genug.
    Naja wie Matthias schon sagt wir stehen hier alle noch am Anfang…

  10. Ich finde den Ansatz, Gemeinsamkeiten zu einem Programm/API zusammen zu fassen, sehr schön. Wir hätten uns am Anfang wohl auch für solch eine Lösung entschieden. Alles selbst zu programmieren bzw. programmieren zu lassen, ist gerade beim Start, wo man noch viele andere Probleme hat, nicht einfach.
    Ich wünsch euch viel Erfolg.

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