The Oryx Project: Otto bestätigt Kampfansage an Samwers

Der Otto-Konzern hat inzwischen Branchengerüchte bestätigt, dass er das Oryx-Projekt führender Samwer-Renegaten finanziell unterstützt (Hervorhebung von uns):

"Die Otto Group pumpt nach Informationen von SPIEGEL ONLINE einen hohen zweistelligen Millionenbetrag in das Projekt. Es ist genau die Art von Investor, die die Samwers auch gerne bei Rocket sehen.

Oryx selbst will Details zur Finanzierung des Projekts auf Anfrage nicht kommentieren. Die Otto-Group bestätigte das Investment bei Oryx, machte aber keine genauen Angaben zur Höhe des Engagements."

Exciting Commerce berichtete heute morgen vor allen anderen über die Ambitionen des Oryx-Projects, das sich als humane Alternative zu Samwers Rocket Internet (Zalando, Groupon, Glossybox, etc.) präsentiert.

Für den Otto-Konzern ist der Einstieg die lange erwartete, direkte Kampfansage an die Samwers, die Zalando längst als "das nächste Otto" positioniert haben und nun mit Möbelprofi  auch in das zweite Stammthema des Otto-Konzerns vordringen (siehe auch Braucht Möbelprofi einen neuen Namen?).

Otto hatte mit seinen eigenen Online-Ablegern wenig Erfolg und sie entweder wieder eingestampft (siehe Warum lernt Otto online nichts dazu?) oder wie zuletzt Mirapodo unter direkte Aufsicht eines Controllers gestellt.

Bisher war es für Externe so gut wie unmöglich, von der Otto-Gruppe direkt Geld für Unternehmen zu bekommen, die Otto nicht kontrollieren kann.

Für Otto ist das Oryx-Engagment die zweite Kampfansage an die Samwers binnen weniger Monate.

Durfte Ottos Beteiligungsarm eVenture Capital Partners bei Citydeal/Groupon noch mitspielen ("Groupon und seine glücklichen Investoren"), so blieb es beim Nachfolger, dem Airbnb-Klon Wimdu, aus und vor.

Was eVC Partners veranlasst hat, ein Zeichen zu setzen und Stephan Uhrenbacher, seinen Enterpreneur in Residence, auf das Thema anzusetzen und 9flats als eigenen Airbnb-Klon aus dem Boden zu stampfen.

Nach Information von Deutsche Startups will The Oryx Project u.a. im Weinhandel aktiv werden.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Samwer Report, Shopboerse, Ultimondo, unlimited

8 replies

  1. mehr wettbewerb in diesem markt eröffnet doch für alle beteiligten vermehrte optionen und hält die spannung hoch. der (wine und) foodbereich ist z.b. dabei sicherlich wesentlich spannender als viele heute noch glauben zu wissen. diverse innovationen in diesem bereich sind denkbar – lassen wir uns überraschen

  2. Vor allem wird das dazu fuehren, dass noch mehr Geld in die Branche fliesst. Spannende Zeiten…

  3. Nennt mich naiv, aber Weinhandel klingt jetzt nicht gerade nach etwas weswegen die Branche zittern müsste. Dass kann zwar schön sein, rentabel und auch gut funktionierend, aber dass was Otto braucht ist ein Massenmarkt-Unternehmen mit Umsätzen so >200 Mio. € p.a. im Heimatmarkt Deutschland. Erst dann wird das Ganze auch portfolio-relevant.
    Auch das Invest von Otto wird wohl eher darauf geschultert sein, persönliche Beziehungen zu Ex-Rocket-Leuten aufzubauen, um den Rising Star im Wettbewerbsumfeld von otto.de (zalando) besser zu verstehen und ggf. Angriffe auf das eigene Geschäft abzuwehren bzw. besser zu kontern.

  4. Natuerlich hat so ein Investment immer mehrere Aspekte und den Samwers richtig vor den Koffer zu treten, ist sicherlich einer davon. Auf der anderen Seite kauft man sich eben auch ne Menge Know-How, wie man ultraschnell und gut eCommerce-Initiativen auf die Strasse bringt, eine Disziplin, die man in der Vergangenheit sicher noch nicht so perfekt beherrscht hat. Ich denke da nur an Quelle.de :-)
    Otto hat alles an Assets, was es fuer erfolgreichen eCommerce braucht, es fehlt an Execution Excelence und die hat man, wenn man mal im Samwer-Imperium gearbeitet hat. Von daher koennte das ein spaeter aber goldrichtiger Move gewesen sein.

  5. Das gleiche Geld investiert in OTTO mit einer Brandauffrischung, einer progressiveren Positionierung und vor allen Dingen einem schnellen Austausch des seit Jahren mehr oder weniger den Status Quo bewahrenden Geschäftsführung würde in gleicher Zeit eine höhere Rendite bringen. Warum die drei Jungs nicht mit ihrer bewiesenen Executional Excellence sowie den durchaus wertvollen Rocket Insights OTTO leiten lassen und der Tanker dreht bzw. kommt in Fahrt. So erscheint es mir mehr nach einem Vorstands-Ecommerce-Feigenblatt-Coup, denn eVentures macht ja anscheinend bereits einen ähnlichen und auch guten Job.

  6. Sogerne ich auch unsere SS-Boys bluten sehen würde ist und bleibt Otto ein hanseatischer Kaufmannsladen der penibel auf Kosten und Nutzen achtet. Das heißt die Oryx muss in einer bestimmten Zeit profitabel sein ansonsten kommt der Controller mit der Sense rein ;-)

  7. Die Reihenfolge war umgekehrt. Zuerst ging 9flats an den Start (launch Februar 2011, Invest eVenture November 2010). Danach wurde Wimdu gestartet. Es kann also keine Rede davon sein, dass eVenture nicht mitspielen durfte.

  8. Danke für die Klarstellung.
    Spannender wäre zu wissen, wann eVenture und die Samwers erste Gespräche über einen Airbnb-Klon geführt haben.

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