Exchanges #230: Shoptech für gestern, heute und morgen

Jochen Krisch und Marcel Weiß schauen in den neuesten Exchanges auf die Ambitionen, die Erfolge, vor allem aber auf die Versäumnisse der heutigen Shoptech-Anbieter. Bitter für den Online-Handel, aber so lässt die Frontend-Revolution weiter auf sich warten.

Dauer: 65 Minuten

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Kategorien:exchanges, Shoptech

  1. Ich hätte mir hier eine etwas differenzierte Betrachtung gewünscht. Die technischen Innovationen im ShopTech Bereich sind ja nicht aus einem Selbstzweck heraus entstanden, der die Entwicklerteams ihren refaktorierten Code feiern lässt. Vielmehr sind sie eine Reaktion auf sich verändernde Anforderung im Handelsumfeld, das mit monolithischen systemen viel legacy aufbauen durfte, und so immer schwerfälliger in ihrer Innovationspipeline wurde. API getriebene Systeme lösen dies, sodass sich eben dieser Flaschenhals weitet. Agile Methoden, Professionalisierung. CI/CD und modernes tooling im Frontend-Bereich lassen es heute zu, schnell zu iterieren, ohne Hundertschaften an Entwicklern beschäftigen zu müssen. Die Basis ist also fundamental anders als noch vor ein paar Jahren. Den Ball jetzt nur zu den ShopTech Anbietern zu spielen halte ich daher als zu kurzsichtig gedacht.

  2. Wenn du als Shop-Betreiber darauf wartest, dass dir einer deiner Software-Zulieferer den entscheidenten, alleinigen Wettbewerbsvorteil bringt, hast du du aus mehreren Gründen schon verloren:
    1. Weil du dann offensichtlich jede Hoffnung aufgegeben hast, dich aus eigener Kraft entscheidend vom Wettbewerb abzuheben.
    2. Weil du dann nicht verstanden hast, dass ein Software-Zulieferer, sofern er ein Produkt vertreibt, die Generalisierbarkeit dessen Anwendung stets höher als dessen Individualisierbarkeit priorisieren muss.
    3. Weil dein Zulieferer diesen Wettbewerbsvorteil, wenn es den denn gäbe, auch an jeden deiner Wettbewerber verkaufen würde.

    Ich finde es ernüchternt, was für ein ratloses und wenig selbstbewusstes Bild dieser Podcast vom Handel zeichnet. Ich versuche dieses Bild (Der Handel sucht einen Zulieferer, der ihn „zum Online- oder Mobile-Helden“ macht) mal auf andere Branchen anzuwenden:

    – „Als Fahrzeughersteller (Volkswagen, Daimler, Porsche, etc.) suche ich einen Komponenten-Zulieferer, der mich zum Helden der Straße macht“
    – „Als Supermarktkette (REWE, ALDI, EDEKA, etc.) suche ich einen Lieferanten oder Laden-Austatter, der mich zum Helden des Alltags-Bedarfs macht“.
    – „Als Elektronik-Hersteller (Samsung, Apple, Huawei, etc.) suche ich einen Prozessor-Lieferanten, der mich zum Helden der Remote-Kommunikation macht“.

    Natürlich zieht sich Technologie wie ein roter Faden durch das Geschäftsmodell eines Händlers, aber das ist bei Volkswagen oder Samsung nicht anders. Am Ende sind es aber deren Manager, Ingenieure, Designer und Marketeers, die eben ein iPhone und einen Porsche zu dem machen was es ist. Klar, einzelne Zulieferer können kurzfristig durch eigene Innovationen zum Vorsprung beitragen, die Vision und der strategische Zug muss aber vom Anbieter selbst kommen und vor allem muss dieser in der Lage sein, diesen Zug an seine strategischen Partner und Lieferanten weiterzugeben. Wenn der Erfolg einer Geschäftsidee zum 1% von der Idee und 99% von deren Ausführung abhängt, dann glaube ich, dass viele Händler schon zu den Top-Playern ihrer Branche aufsteigen könnten, wenn sie die Ausführung ihres Geschäftsmodells so im Griff hätten, wie es ein Volkswagen oder Samsung hat. Bezogen auf die Zusammenarbeit zwischen Shop-Betreibern und Technologie-Zulieferern bedeutet das, dass hier viel direkter und zielorienter auf gemeinsame Visionen hingearbeitet werden muss. Dafür brauchen in erster Linie Shop-Betreiber, aber auch Agenturen und Technologie-Lieferanten die entsprechende Professionalität. Es gibt genug Beispiele – nicht zuletzt bei excitingcommerce – , die zeigen, dass – genug Professionalität auf allen Seiten vorausgesetzt – Technologie-Anbieter tatsächlich dazu beitragen können, einen Shop-Betrieber „zum Online- oder Mobil-Helden“ zu machen.

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