Desenio lässt als erstes die Milliardenbewertung platzen

Klammert man die Spacs einmal aus, waren unter den Online-Anbietern, die zuletzt an die Börse drängten (siehe die Exchanges #280: 10 Börsenneulinge), erstaunlich viele gute bis sehr gute.

Einziges Problem waren die extremen Bewertungen, die zwar vor allem der Markteuphorie geschuldet waren, die sich aber in der Form substanziell kaum rechtfertigen ließen.

Symptomatisch dafür waren zuletzt ein Mister Spex, ein Moonpig oder auch ein Desenio, das sich bei Umsätzen von knapp 130 Mio. Euro zu einer Milliardenbewertung an die Börse traute.

Diese Woche kam es dann, wie es kommen musste: Desenio, das sich auf Bilder und Rahmen spezialisiert hat und zuletzt Poster Store übernommen hat, musste als erster Börsenneuling seine übertriebenen Wachstumsraten extrem nach unten korrigieren:

„As a result, Desenio Group has reduced expectations for the current financial year. Our updated target is to grow net sales by around 15-25% for 2021 (previous target was 35-40%). Consequently, we aim for adjusted EBITA margin of around 20% for 2021 (previous target was around 25%).“

Nach dem entsprechenden Kursrutsch liegt die Bewertung jetzt bei 630 Mio. Euro, was bei erwarteten Umsätzen von maximal 160 Mio. Euro immer noch extrem ist.

Was bedeutet das für die GLORE50?

In den GLORE50 gab es zuletzt zwar bereits viele Neuzugänge. Allerdings gehen wir dort sehr selektiv vor. Die GLORE-Kandidatenliste mit zwar spannenden Unternehmen, aber extremen Bewertungen ist aktuell noch sehr lang.

Den Vorzug erhielten zuletzt vor allem die Kandidaten mit überschaubaren Bewertungen (wie zum Beispiel die Pierce Group). Und auch die kamen zunächst nur mit minimalen Gewichtungen in den Index. Die große Auswahl an Kandidaten erleichtert dieses Vorgehen.

Zur aktuellen IPO-Welle und zu den Perspektiven für die GLORE50 siehe auch Von den GLORE50 zu den GLORE100 zu den GLORE500.

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