Wie es mit Signa Sports United jetzt weitergehen soll

Signa Sports United hat in den letzten Jahren in Sachen Umsatz und Profitabilität ziemlich hoch gestapelt und muss jetzt beim Börsengang (durch die Hintertür) ziemlich zaubern, um die selbst geschürten Erwartungen einigermaßen zu erfüllen (PDF-Quelle):

So bestand Signa Sports United (SSU) bis vor wenigen Wochen aus wenig mehr als Fahrrad.de, Tennis-Point und so manchem, was sich im Lauf der Zeit eben so angeboten/angesammelt hat.

Viele der Zukäufe liegen schon ein paar Jährchen zurück. Seitdem hat sich an der Übernahmefront wenig getan. Erst in jüngster Zeit hat sich Signa Sports dann durch ein paar schnelle Deals zum Börsengang noch ein bisschen aufgehübscht.

So kann es jetzt durch die jüngsten Übernahmen zumindest ein paar Umsätze für die USA (9%) ausweisen, was für einen „Leading Global Player“ allerdings immer noch etwas mager ist.

Durch die geplante Übernahme von WiggleCRC kann Signa Sports United jetzt endlich auch die Umsatzmilliarde knacken, bekommt aber zugleich eine starke Schlagseite Richtung Biking (mit 63% der Umsätze) und träumt deshalb schon mal seinen großen E-Biking-Traum (was allerdings nicht so wirklich zur restlichen Strategie passen will):

Nicht gelungen ist es Signa Sports United in den letzten Jahren, den Outdoor-Bereich zu stärken. Und im so wichtigen Fitness-/Geräte-Bereich ist SSU überhaupt noch nicht vertreten:

Ein Problem dürfte gewesen sein, dass Signa – seit jeher mehr opportunistischer als strategischer Investor – wohl erst zu lange gezögert hat und dann die Bewertungen irgendwann davon gelaufen sind. Und mit SSU-Anteilen statt Cash waren wohl die wenigsten zu locken.

Erst WiggleCRC hat sich jetzt darauf eingelassen. Obwohl der Kaufpreis hier nur beim Einfachen des Umsatzes liegt, kann SSU einen Teil davon in Anteilen begleichen:

THG (ehem. The Hut Group) und auch BHG (ehem. Bygghemma Group) haben die Latte im Public Company Building zuletzt ziemlich hochgelegt haben. Und auch wenn Signa Sports United da noch nicht wirklich mithalten kann, sollte man es noch nicht abschreiben.

Denn wer weiß? Vielleicht kann Signa Sports United Backcountry und Bergfreunde ja doch noch erweichen. Dann stünde zumindest das Outdoor-Segment schon ganz anders da. Wahrscheinlicher ist allerdings, dass Backcountry selber aktiv wird.

Aber auch so seien wohl noch eine ganze Reihe von Deals in der Pipeline. Und wenn alle Stricke reissen, dann bleibt Signa Sports United immer noch die Zukunft als führender Bike-Anbieter.

Wer sich selbst ein Bild machen will, was aus Signa Sports United werden könnte, sei der Investoren-Webcast vom Freitag ans Herz gelegt.

BHG und THG sind in den GLORE50 vertreten.

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